Daphne Caruana Galizia: Laptops in Deutschland werden ausgewertet

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Nach dem Mord an einer maltesischen Enthüllungsjournalistin hat deren Familie dem deutschen Kriminalamt einem Bericht zufolge zwei Laptops und drei Festplatten übergeben. Diese könnten Auskunft über die Motive der bislang unbekannten Hintermänner des Mordes geben.

    Der Mordfall an Daphne Caruana Galizia ist immer noch nicht aufgeklärt.
    Der Mordfall an Daphne Caruana Galizia ist immer noch nicht aufgeklärt. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Laptops von Daphne Caruana Galizia sind in Deutschland zu Untersuchungszwecken eingetroffen.
    • Der Mord an der maltesischen Journalistin ist bislang nicht aufgeklärt worden.
    • Galizia wurde im vergangenen Oktober durch eine Autobombe getötet.

    Das berichtete das Portal «Zeit Online» am Mittwochabend unter Berufung auf Recherchen des sogenannten Daphne-Projekts, einem Zusammenschluss von internationalen Medien, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Hintergründe des Mordes auszuleuchten.

    Auf den Rechnern und Festplatten befinden sich demnach die gesammelten Recherchen und Briefwechsel der getöteten Journalistin. Die Daten gelten dem Bericht zufolge als brisant, weil sie etwa Hinweise auf Informanten enthielten, aber womöglich auch noch unveröffentlichte Recherchen beinhalten könnten.

    Der Ehemann der getöteten Daphne Caruana Galizia sowie ihre Söhne hätten sich bislang geweigert, die Computer an die maltesischen Behörden zu übergeben, weil sie befürchteten, dass die maltesische Polizei Beweismittel verschwinden lassen oder in den Daten nach Zuträgern der Journalistin suchen könnten. Der Umweg über die deutschen Behörden solle sicherstellen, dass keine Informationen verschwinden.

    Daphne Caruana Galizia
    Daphne Caruana Galizia wurde im Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet. - Keystone

    Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft habe den zuständigen maltesischen Ermittlungsrichter «in Kenntnis gesetzt und darüber informiert, dass gegebenenfalls im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens, welches von den maltesischen Behörden zu stellen wäre, eine Übergabe von Daten zumindest durch Sicherungskopien in Betracht kommt», berichtete «Zeit Online».

    Caruana Galizia war am 16. Oktober durch eine Autobombe getötet worden. Die 53-Jährige hatte mehrere Korruptionsaffären in Malta aufgedeckt. Sie recherchierte auch zu Vorwürfen in den «Panama Papers», die sich unter anderem gegen den sozialdemokratischen maltesischen Regierungschef Joseph Muscat und dessen Frau richteten.

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