Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat auch Folgen für den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Russland. So hat der DAAD die Hochschulen dazu angehalten, Projektaktivitäten auszusetzen.
Der DAAD schränkt seine wissenschaftlichen Beziehungen mit Russland infolge des Angriffs auf die Ukraine ein. Foto: picture alliance / Oliver Berg/dpa/Archiv
Der DAAD schränkt seine wissenschaftlichen Beziehungen mit Russland infolge des Angriffs auf die Ukraine ein. Foto: picture alliance / Oliver Berg/dpa/Archiv - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine schränkt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) den wissenschaftlichen Austausch mit Russland ein.

«Mit einem Staat, der mitten in Europa einen Angriffskrieg gegen sein Nachbarland führt, kann es keine normalen Beziehungen geben, auch nicht in der Aussenwissenschaftspolitik», erklärte DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee. Der Dienst schränke «die vom DAAD geförderten deutsch-russischen Austauschbeziehungen daher gegenwärtig ein».

Die Bewerbungsmöglichkeiten für Russland-Stipendien würden gestoppt und alle Auswahlen für DAAD-Stipendien nach Russland abgesagt, erklärte der Präsident weiter. Auch bereits ausgewählte deutsche Stipendiatinnen und Stipendiaten könnten für einen geplanten Aufenthalt in Russland derzeit keine finanzielle Unterstützung erhalten.

Hochschulen sollen laufende Projekte aussetzen

Von den deutschen Hochschulen erwarte der DAAD, «alle von ihm geförderten Projektaktivitäten mit Partnerinstitutionen in Russland und Belarus auszusetzen».

Der DAAD kündigte ausserdem an, dass die nun getroffenen Massnahmen «in Abstimmung mit der Bundesregierung und nach Erörterung mit der Hochschulrektorenkonferenz und den deutschen Hochschulen» in den kommenden Tagen und Wochen weiter angepasst werden könnten. «Auch die Aussenwissenschaftspolitik muss sich fragen, welchen Beitrag sie zur Gesamtstrategie der Bundesregierung und der Europäischen Union zur Isolierung Russlands leisten kann», erklärte Mukherjee.

Die Einschränkungen seien angesichts des Krieges «unumgänglich», auch wenn sich der DAAD dessen bewusst sei, dass dieser Schritt «auch Ungerechtigkeiten» schaffe und zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treffe, die sich für friedliche Beziehungen einsetzen würden, hiess es weiter in der Erklärung.

Der DAAD fördert nach eigenen Angaben aktuell rund 750 Projekte zwischen deutschen Hochschulen und russischen Partnerorganisationen. Zuletzt hatte der Dienst an deutsche Wissenschaftler und Studierende jährlich rund 160 Stipendien nach Russland vergeben.

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