Cyberangriff auf Supermärkte sorgt für Millionenschäden
Ein Cyberangriff trifft rund 700 französische Supermärkte. Hacker manipulieren vernetzte Kühlanlagen und verursachen Schäden in Millionenhöhe.

In der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober griffen Hacker die Kühlsysteme mehrerer französischer Supermarktketten an. Den Angreifern gelang es, die Steuerung vernetzter Kühlanlagen zu manipulieren, berichtet «Welt».
Die Geräte wurden stundenlang auf 50 Grad Celsius erhitzt, wie die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte. In zahlreichen Filialen mussten daraufhin frische und tiefgekühlte Lebensmittel entsorgt werden, berichtet «Reuters».
Zudem wurden mögliche Brände im Zusammenhang mit dem Angriff gemeldet. Die Staatsanwaltschaft untersucht, welche Schäden unmittelbar auf die Cyberattacke zurückzuführen sind.
Cyberangriff trifft rund 700 Supermärkte in Frankreich
Betroffen waren unter anderem Intermarché, Netto, Carrefour, Monoprix, E.Leclerc und Coopérative U, berichtet «Welt». Der französische Finanzminister Roland Lescure sprach laut «Associated Press» von rund 700 betroffenen Supermärkten.

Frankreich zählt insgesamt etwa 10'000 Supermärkte. Die Handelsgruppe Les Mousquetaires, zu der Intermarché und Netto gehören, rechnet mit Schäden von mehreren Millionen Euro, berichtet «CNBC».
Die Hacker nutzten über das Internet erreichbare Steuergeräte, um die Abtaufunktion der Kühlanlagen auszulösen, berichtet «OCCRP». Betroffen waren unter anderem Systeme des dänischen Herstellers Danfoss.
Cybervorfall sorgt auch in den Niederlanden für Störungen
Auch der niederländische Handelskonzern Ahold Delhaize meldete einen Cybervorfall, berichtet «Reuters». Das Unternehmen, zu dem die Supermarktkette Albert Heijn gehört, schaltete vorsorglich mehrere IT-Systeme ab.

Die Störungen beeinträchtigten auch die Warenverteilung. Laut «Reuters» sollten die Verteilzentren von Albert Heijn am 14. Oktober wieder vollständig in Betrieb genommen werden.
Nach Angaben von Ahold Delhaize gibt es bislang keine Hinweise auf einen Diebstahl von Kunden- oder Mitarbeiterdaten. Das niederländische Cybersicherheitszentrum sieht laut «Reuters» derzeit keinen Grund, einen Zusammenhang mit den Angriffen in anderen Ländern anzunehmen.
Finanzminister nennt Cyberangriff einen Weckruf
Frankreichs Finanzminister Roland Lescure bezeichnete den Cyberangriff laut «Tagesschau» als Weckruf für alle. Eine Gefahr für die allgemeine Lebensmittelversorgung bestehe jedoch nicht, betonte der Minister.
Frankreichs Cybersicherheitsbehörde stimmt sich mit europäischen Partnern ab, da auch andere Länder betroffen sein könnten, berichtet «Tagesschau». Der Hersteller Danfoss erklärte laut «Associated Press», dass die meisten betroffenen Systeme veraltet seien und keine Sicherheitsupdates mehr erhielten.












