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    Clan-Kinder klauen im Disneyland 25'000 Euro pro Tag

    Cheri Reinhardt
    Cheri Reinhardt

    Frankreich,

    Disneyland Paris steht für Familien, Spass und Magie. Doch ein Clan nutzte den Freizeitpark für Diebstähle und schickte dafür sogar Kinder los.

    Disneyland Paris
    Im Disneyland Paris sollen Kinder für einen Familienclan auf Diebestour gegangen sein. Besonders während Paraden und Abendshows hatten sie Touristen im Visier. - desposit photos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Familienclan schickt Kinder im Disneyland Paris auf Diebestour.
    • Pro Tag sollen dabei bis zu 25'000 Euro Beute zusammengekommen sein.
    • Sieben Familienmitglieder wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

    Disneyland steht für Spass und Abenteuer. Doch für einige Kinder war die schöne Scheinwelt offenbar alles andere als ein Vergnügen.

    Ein Familienclan soll Disneyland Paris regelmässig für Diebstähle genutzt haben. Und noch fieser: Die Erwachsenen schickten dafür Kinder los.

    Die Minderjährigen gingen dort auf Beutezug, wo andere Familien Mickey Mouse bestaunten und auf die grosse Parade warteten. Rund 25'000 Euro, umgerechnet etwa 23'700 Franken, sollen so pro Tag zusammengekommen sein

    disneyland paris
    Das Disneyland Paris. - keystone

    Nun hat ein Gericht in Paris sieben Mitglieder des sogenannten Hamidovic-Clans zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Unter anderem wegen Menschenhandels.

    Diebe schlagen bei Disney-Parade zu

    Die Masche war offenbar gut organisiert. Die Kinder wurden in Gruppen zu Orten gebracht, an denen sich besonders viele Touristen aufhielten. Neben Disneyland Paris gehörten dazu der Bahnhof beim Freizeitpark, die Pariser Metro und der Flughafen Charles de Gaulle.

    Besonders dreist: Im Disneyland schlugen die jungen Taschendiebe offenbar gerne während der Parade und der Abendshows zu.

    Fühlst du dich in Freizeitparks sicher vor Taschendieben?

    Während die Besucher auf das Spektakel schauten, gingen die Kinder auf Diebestour. Im Visier waren vor allem ausländische Touristen. Auch junge Frauen sollen für den Clan gestohlen haben. Laut den Ermittlungen wurden sie und die Minderjährigen teilweise mit Gewalt dazu gezwungen.

    Einige Kinder berichteten zudem von sexuellem Missbrauch.

    Kinder heissen «Dior» und «Al Capone»

    Während die Kinder auf Diebestour geschickt wurden, liessen es sich die Erwachsenen offenbar gut gehen. In sozialen Medien präsentierten sich Mitglieder des Clans mit teuren Autos, Uhren und Schmuck. Auch Besuche in Casinos und Luxusrestaurants gehörten demnach zum Lebensstil.

    Al Capone
    Einige Kinder des Clans tragen laut französischen Medien Namen wie «Al Capone» – benannt nach dem berüchtigten US-Gangster. - Keystone

    Finanziert worden sein soll dieser zumindest teilweise mit dem Geld, das die Minderjährigen auf der Strasse und an Touristenorten erbeuteten.

    Wie sehr Luxus und Gangster-Mythen in der Familie offenbar zum Selbstbild gehörten, zeigt ein weiteres ungewöhnliches Detail: Einige der Kinder tragen laut französischen Medien Namen wie «Dior» oder «Al Capone».

    Mit diesem Leben ist vorerst Schluss. Das Gericht verurteilte sieben Mitglieder der Familie zu mehrjährigen Haftstrafen.

    Clan-Chef muss acht Jahre ins Gefängnis

    Am härtesten traf es Familienpatriarch Roberto Hamidovic. Der 48-Jährige muss für acht Jahre ins Gefängnis und eine Geldstrafe von umgerechnet rund 474'000 Franken bezahlen.

    Warst du schon einmal im Disneyland Paris?

    Auch seine Frau Lejla sowie mehrere erwachsene Söhne und weitere Familienmitglieder erhielten mehrjährige Haftstrafen. Lejla muss sechs Jahre hinter Gitter und rund 284'000 Franken bezahlen. Für weitere Angehörige setzte das Gericht Haftstrafen zwischen fünf und sieben Jahren fest.

    Zudem dürfen die Verurteilten dauerhaft nicht mehr nach Frankreich einreisen.

    Besonders bitter: Einige der heutigen Täter sollen früher selbst als Kinder zum Stehlen geschickt worden sein. «Sie wurden von Opfern zu Tätern», sagte die Staatsanwaltschaft vor Gericht.

    Die Angeklagten bestritten die Vorwürfe. Einige der betroffenen Kinder leben inzwischen bei Pflegefamilien.

    Kommentare

    User #5944 (nicht angemeldet)

    Hamdowitschs sind auch in der Schweiz aktiv.

    User #6485 (nicht angemeldet)

    Aber nein! Wenn das stimmt, dann macht sogar der Heugümper in seinem Käfig den Handstand. Kinder dürfen nicht als Geldklauer-Maschinen dressiert werden. Sie müssen sich frei entfalten können. Es ist absolut richtig, dass die Drahtzieher hinter Gitter kommen. Die Kinder können nichts dafür. Sie wurden dazu gezwungen. Wer sich auf so eine Art bereichert, gehört eingesperrt! Ohne wenn und aber.

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