Boris Johnson fordert Trump zur Zurückhaltung auf

    DPA
    DPA

    Grossbritannien,

    Boris Johnson ist nicht erfreut über das Eintreffen des US-Präsidenten Donald Trump. Er befürchtet eine Einmischung Trumps in den britischen Wahlkampf.

    Boris Johnson, Donald Trump
    Boris Johnson und Donald Trump an der UNO Generalversammlung im September 2019. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Donald Trump wird am Montag in London erwartet.
    • Johnson warnt den US-Präsidenten vor einer Einmischung in den britischen Wahlkampf.

    Der britische Premierminister Boris Johnson hat US-Präsident Donald Trump vor Einmischung in den Wahlkampf in Grossbritannien gewarnt. «Wir haben sehr enge Beziehungen und Freundschaften mit den Vereinigten Staaten auf allen Ebenen der Regierung. Aber was wir als wertschätzende Alliierte und Partner traditionell nicht machen, ist uns in den Wahlkampf des jeweils anderen einzumischen». Dies sagte Johnson in einem Radiointerview mit dem Sender LBC am Freitag.

    Der US-Präsident wird am Montagabend in London erwartet. Er nimmt dort wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Staats- und Regierungschefs am Nato-Gipfel am Dienstag und Mittwoch teil.

    Donald Trump
    Donald Trump nimmt am Nato-Gipfel am Dienstag teil. - keystone

    Trump liess sich über Brexit-Deal aus

    Erst vor wenigen Wochen hatte Trump sich per Telefoninterview bei LBC über den von Johnson nachverhandelten Brexit-Deal ausgelassen. «Wir wollen mit Grossbritannien Handel treiben, und sie wollen mit uns handeln», sagte der US-Präsident. Doch «bestimmte Aspekte des Deals» würden das unmöglich machen.

    Geführt wurde das Trump-Interview vom Chef der britischen Brexit-Partei, Nigel Farage. Dieser konkurriert mit Johnson um die Stimmen der Befürworter eines EU-Austritts und lehnt dessen Deal ab.

    Boris Johnson liegt bei Umfragen vorne

    Johnsons Konservative liegen derzeit in den Umfragen für die Wahl am 12. Dezember weit vor der Labour-Partei - doch wegen des Mehrheitswahlrechts in dem Land sind die Ergebnisse sehr schwer vorherzusagen. Nur der Kandidat mit den meisten Stimmen in einem Wahlkreis zieht ins Parlament ein. Die Stimmen für alle unterlegenen Kandidaten verfallen.

    boris johnson coronavirus
    Coronavirus: Laut Premierminister Boris Johnson befindet sich das Land nun nicht mehr in einem Marathon. (Archivbild) - Jonathan Hordle / ITV

    Befürchtet wird im Wahlkampfteam Johnsons wohl vor allem, dass sich Trump zum Nationalen Gesundheitsdienst NHS äussern könnte. Das marode Gesundheitswesen in Grossbritannien ist nach dem Brexit das wichtigste Wahlkampfthema.

    Corbyn warnt vor Handelsabkommen

    Oppositionsführer Jeremy Corbyn von der Labour-Partei warnt seit langem vor einem Handelsabkommen mit den USA. Dieses wollen Boris Johnson und Donald Trump nach dem EU-Austritt aushandeln. Glaubt man Corbyn, könnte der NHS dann teilweise privatisiert werden und an US-Firmen gehen.

    Jeremy Corbyn
    Corbyn befürchtet eine Privatisierung der NHS. - keystone

    Er warnt auch vor höheren Preisen für Medikamente, sollten amerikanische Pharmakonzerne ihren Einfluss auf ein Handelsabkommen geltend machen. Boris Johnson hingegen beteuert, der NHS werde bei den Verhandlungen keine Rolle spielen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Donald Trump
    6 Interaktionen
    Besuch in Afghanistan
    boris johnson
    8 Interaktionen
    Laut Umfrage
    Johnson v Corbyn
    4 Interaktionen
    Heftige Debatte

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    308 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Docmorris
    Köln/Heerlen/Steckborn

    MEHR AUS GROSSBRITANNIEN

    Andrew Mountbatten-Windsor (66), früher als Herzog von York bekannt, w
    39 Interaktionen
    Nach Festnahme
    strasse von hormus
    London
    Prinz Harry
    239 Interaktionen
    Einblick