Ansturm auf Kurzarbeitergeld in Coronakrise

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Deutschland,

Die Arbeitsagenturen verzeichnen eine sehr hohe Nachfrage nach dem neu beschlossenen Kurzarbeitergeld. Viele Firmen wollen angesichts der Massnahmen gegen das Coronavirus erstmals Kurzarbeitergeld beantragen.

Die Arbeitsagenturen beraten derzeit viele Firmen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB
Die Arbeitsagenturen beraten derzeit viele Firmen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Bundesweit gibt es einen Ansturm von Unternehmen auf das erweiterte Kurzarbeitergeld in der Coronakrise.

Die Firmen beantragen die Leistung in grossem Stil bei den örtlichen Stellen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums sagte, «dass es momentan einen enormen Anstieg an Beratungsbedarf gibt». Die örtlichen Agenturen seien rund um die Uhr bemüht, Beratung zu leisten. Viele Unternehmen wollten Kurzarbeitergeld erstmals in Anspruch nehmen.

Das erleichterte Kurzarbeitergeld fliesst rückwirkend zum 1. März. Die BA übernimmt 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn ein Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Betriebe können Kurzarbeitergeld nutzen, wenn nur 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind - statt wie bisher ein Drittel. Den Arbeitgebern werden zudem die Sozialversicherungsbeiträge, die sie bei Kurzarbeit zu zahlen haben, in voller Höhe erstattet. Auch Zeitarbeitsunternehmen können die Leistung anzeigen.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will Lohnausfälle durch Kurzarbeitergeld möglichst gering halten. «Es ist so, dass die Arbeitgeber durchaus auch mehr zahlen können», sagte Heil am Mittwoch in der ARD zudem. Es werde daher in Gesprächen mit der Wirtschaft auch darum gehen «wie wir Lohnlücken schliessen, um Kaufkraft zu sichern, gerade auch für Einkommensschwache». Beschäftigte mit geringem Einkommen könnten bei einem Nettoeinkommensverlust von 40 Prozent nicht lange über die Runden kommen.

Die Sprecherin des Arbeitsministeriums verwies darauf, dass für bedürftige Menschen Grundsicherung gesichert sei: «Alle Leistungen werden gezahlt.» Geprüft werde ein unbürokratischer Zugang zur Grundsicherung für Selbstständige.

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