Ungarn hat 96 Afghanen, die das westliche Militärbündnis am Hindukusch als Ortskräfte unterstützt hatten, in einem Auffanglager untergebracht.
Flugzeug
Ein Flugzeug mit Stacheldraht im Vordergrund. - dpa-infocom GmbH

Die Menschen seien am Tag zuvor mit einer Verkehrsmaschine aus der usbekischen Stadt Buchara nach Budapest geflogen worden, teilte das ungarische Innenministerium am Montag der staatlichen Nachrichtenagentur MTI mit.

«Alle Personen wurden unter behördliche Quarantäne gestellt und werden vom ungarischen Staat vollumfänglich versorgt», hiess es in der Mitteilung weiter. Sie seien in einem Objekt der Fremdenpolizei in Röszke an der serbischen Grenze vorübergehend untergebracht.

Ungarn habe am Sonntag 173 Menschen, die zuvor aus Afghanistan evakuiert worden waren, von Buchara nach Budapest geflogen, erklärte Aussenminister Peter Szijjarto am Montag vor der Presse in Budapest. Ein Teil der Passagiere sei auf Ersuchen der USA und Österreichs mitgenommen worden. Budapest betrachte jene Afghanen, die für das ungarische Militärkontingent in Afghanistan tätig waren, als «Kameraden», die nun in Ungarn schutzberechtigt seien.

Zugleich kritisierte Szijjarto das US-Militär in Kabul, das die ungarischen Evakuierungsbemühungen immer wieder behindere. In «zahlreichen Fällen» sei es vorgekommen, dass Personen, die Ungarn herausholen wollte, den Flughafen in Kabul wegen der US-Soldaten, die die Zugänge bewachen, nicht erreichen konnten. «Ungarn erweist sich bei den Evakuierungsoperationen in Afghanistan als zu 110 Prozent loyaler Partner und erwartet sich dies auch von seinen Bündnispartnern», fügte er hinzu.

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