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    Quantensprung: Start für neuen Computer in Jülich

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    Deutschland,

    Mit ihren enormen Rechenleistungen gelten Quantencomputer als die grossen Hoffnungsträger in der Informationstechnologie. Ein neues Exemplar steht nun Forschern in Jülich zur Verfügung.

    Am Forschungszentrum Jülich geht ein neues Quantencomputer-System für die Forschung an den Start. Foto: Oliver Berg/dpa
    Am Forschungszentrum Jülich geht ein neues Quantencomputer-System für die Forschung an den Start. Foto: Oliver Berg/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Forschungszentrum Jülich ist am Montag ein neuartiger, leistungsstarker Quantencomputer zu Forschungszwecken in Betrieb gegangen.

    Das in Kanada entwickelte System wird Teil der bestehenden Infrastruktur für Quantencomputing in Jülich. Wissenschaftler aus ganz Europa haben damit Zugriff auf einen Maschinenpark mit Rechnern von unterschiedlichen technologischen Reifegraden.

    Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sprach von einem Quantensprung. «Quantentechnologien können für einen grossen Sprung nach vorne sorgen», sagte die Ministerin. Als Anwendungsgebiete nannte sie Modellrechnungen für die Klimaforschung, abhörsichere Kommunikation, das Planen von Verkehrsflüssen in Echtzeit, die Entwicklung neuer medizinischer Wirkstoffe oder die Analyse komplexer Vorgänge an Finanzmärkten. Die Ministerin sagte auch, Deutschland und Europa müssten aufholen beim Quantencomputing.

    Hallen mit speziellem Fundament

    Da diese Computer einen vibrationsfreien Standort benötigen, entstand in Jülich extra ein neues Gebäude mit zwei Maschinenhallen. Die Hallen haben besondere Fundamente, die Erschütterungen abfedern. Die Prozessoren müssen ausserdem extrem gekühlt werden. «JUNIQ» steht für Jülicher Nutzer-Infrastruktur für Quantencomputing. Das Forschungszentrum liegt westlich von Köln in Nähe des Braunkohletagebaus Hambach.

    Das Forschungszentrum sprach von Pionierarbeit bei der Entwicklung der Informationstechnologien von morgen. Quantencomputer arbeiten anders und gelten als viel leistungsfähiger als herkömmliche Grossrechner. Traditionelle Computer arbeiten mit Bits. Ein Bit kann nur zwei Zustände annehmen: «Eins» und «Null» beziehungsweise «An» und «Aus». Quantencomputer arbeiten dagegen mit Qubits («Quanten-Bits»). Ein Qubit kann nicht nur «Eins» und «Null» darstellen, sondern theoretisch unendlich viele Zustände dazwischen, und das gleichzeitig.

    Hauptforschungsgebiete des Forschungszentrums sind Energie, Information und Bioökonomie. Dort arbeiten derzeit 2669 Wissenschaftlerinnen. Das Forschungszentrum wird zu 90 Prozent von Bund und zu 10 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

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