UN-Organisationen schlagen Alarm: Tigray droht Hungersnot

    DPA
    DPA

    Südafrika,

    Hilfskonvois dringen nicht mehr in die Region vor, alle wichtigen Strassen sind gesperrt. Lebensmittel sind knapp. Die humanitäre Lage in Tigray spitzt sich dramatisch zu.

    Die Zahl der vor dem Hungertod stehenden Menschen in der äthiopischen Krisenregion Tigray hat sich trotz eines einseitigen Waffenstillstands weiter erhöht. Foto: Ben Curtis/AP/dpa
    Die Zahl der vor dem Hungertod stehenden Menschen in der äthiopischen Krisenregion Tigray hat sich trotz eines einseitigen Waffenstillstands weiter erhöht. Foto: Ben Curtis/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der äthiopischen Konfliktregion Tigray verschärft sich die humanitäre Lage nach UN-Einschätzung rapide.

    Die UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) berichtete am Freitag über anhaltende Problemen für humanitäre Konvois, in die Region zu gelangen und dringend benötigte Hilfe für etwa 5,2 Millionen betroffene Menschen zu transportieren. Der aus 50 Lastwagen bestehende letzte Konvoi habe die Stadt Mekelle am 12. Juli erreicht. Das sei bei weitem zu wenig, so die Agentur: «Um den aktuellen Bedarf abzudecken, sind wöchentlich 500 bis 600 Lastwagenladungen nötig».

    Die Regierung des nordostafrikanischen Landes hatte im November eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Die TPLF dominierte Äthiopien mehr als 25 Jahre lang, bis Regierungschef Abiy Ahmed 2018 an die Macht kam und die TPLF hinausdrängte. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Im Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern gibt es etliche ethnische Spannungen, die unter Abiy gestiegen sind. Der gegenwärtige Konflikt hat bereits Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben und grosse Zerstörung angerichtet.

    Alle wichtigen Zugangsstrassen aus der Amhara-Region seien gesperrt, wichtige Brücken unpassierbar, so die UN-Agentur. Auch in den Flüchtlingslagern in Tigray, in denen Menschen aus dem Nachbarland Eritrea leben, seien die Lebensmittelvorräte knapp. Helfer in Tigray und anderen Teilen Äthiopiens sprechen von einer katastrophalen Lage und sehen sich selbst Angriffen ausgesetzt. Ihnen werde vorgeworfen, im Konflikt nur eine Seite zu bevorteilen. «Das verschärft die Herausforderungen für humanitäre Aktionen nur noch und bremst lebensrettende Hilfe aus», warnte die UN-Agentur.

    Als Hungersnot wird die schlimmste Form einer Hungerkrise bezeichnet, bei der viele Menschen an den Folgen von Mangelernährung sterben. In Afrika gilt nur noch die Dürre-bedingte Lage in Süd-Madagaskar als ähnlich schlimm.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Campingfeuer Bella Italia
    «Fire! Fire!»
    Dealer
    1 Interaktionen
    Zu lange Knast

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    8 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Ostschweizer Kantonsrat will heimliche Kameras auf Nase stoppen
    2 Interaktionen
    Smart Glasses
    Tierpark Bern Artenschutz
    Tierpark Bern
    Xi Jinping
    Bei Trump-Besuch

    MEHR AUS SüDAFRIKA

    Exoplaneten Universum
    5 Interaktionen
    Exoplaneten