Todesfälle durch Terrorismus nehmen weltweit ab – nicht im Westen
Weltweit sterben deutlich weniger Menschen durch Terroranschläge. Regionale Konflikte und neue Trends sorgen aber weiterhin für grosse Unsicherheit.

Das Wichtigste in Kürze
- Weltweit sind die Todesfälle durch Terrorismus um 28 Prozent gesunken.
- Das ist der tiefste Stand seit zehn Jahren.
- Im Westen nahm die Zahl der Opfer stark zu, durch ideologisch motivierte Einzeltaten.
- Afrika südlich der Sahara bleibt das Zentrum des Terrorismus.
Es sind schwierige Zeiten: Konflikte und Krisen bestimmen weltweit die Schlagzeilen.
Doch beim Terrorismus zeigt sich ein überraschender Trend: Die Zahl der Todesopfer ist deutlich rückläufig.
2025 kamen laut Global Terrorism Index noch 5582 Menschen bei Anschlägen ums Leben. Das sind 28 Prozent weniger als im Jahr davor. Damit erreicht die Statistik den niedrigsten Wert seit zehn Jahren.
Anschläge fordern weniger Opfer als in vergangenen Jahren
Der Rückgang hat mehrere Ursachen. Unter anderem forderten einzelne Anschläge im Schnitt weniger Opfer als in früheren Jahren. Zudem verschieben sich Dynamiken innerhalb extremistischer Gruppen, die ihre Strategien anpassen.
Terrorismus bleibt jedoch ein globales Phänomen mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Der Global Terrorism Index definiert Terrorismus wie folgt: Gezielte Gewalt durch nichtstaatliche Akteure, um politische oder ideologische Botschaften zu verbreiten und Angst in der Bevölkerung zu erzeugen.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Besonders stark betroffen bleibt Afrika südlich der Sahara, wo sich das Zentrum terroristischer Gewalt befindet. In der Sahelzone liegen denn auch sechs der zehn am stärksten betroffenen Länder.
Die Ursachen dafür sind vielfältig: Neben fehlenden wirtschaftlichen Perspektiven spielt auch staatliche Gewalt eine Rolle.
Pakistan liegt an der Spitze des Index
Laut einer UNO-Studie nennen 71 Prozent der Befragten Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte als entscheidenden Faktor für ihren Anschluss an bewaffnete Gruppen.
An der Spitze des Index liegt erstmals Pakistan. Dort wurden 2025 über 1000 Anschläge registriert, bei denen 1139 Menschen ums Leben kamen. Eine wichtige Rolle spielt die Lage im Nachbarland Afghanistan seit der Machtübernahme der Taliban.
Seither haben Gruppierungen wie «Tehrik-i-Taliban» oder die «Befreiungsarmee von Belutschistan» ihre Aktivitäten über Grenzen hinweg ausgeweitet.
Gleichzeitig hebt das Institute for Economics and Peace hervor, dass der Index ausschliesslich Angriffe nichtstaatlicher Gruppen berücksichtigt. Aktionen der Taliban innerhalb Afghanistans fliessen deshalb nicht in die Statistik ein.
Im Westen steigt die Zahl der Todesopfer deutlich an
Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich im Westen: Dort ist die Zahl der Todesopfer zwar insgesamt deutlich tiefer. Er stieg aber im letzten Jahr um 280 Prozent auf 57 an.
Hinter diesem Anstieg stehen vor allem Einzeltäter und junge Menschen, die sich häufig im Internet radikalisieren. Digitale Plattformen und algorithmische Verstärkung können diesen Prozess zusätzlich beschleunigen.
Auffällig ist zudem: Einzelpersonen haben statistisch eine deutlich höhere Erfolgsquote bei Anschlägen als organisierte Gruppen.
Auch im Nahen Osten ist die Entwicklung zweischneidig. Zwar ist die Zahl der Todesfälle dort in den vergangenen zehn Jahren um 95 Prozent zurückgegangen. Doch dieser Fortschritt gilt als instabil und stark abhängig von der politischen Lage in der Region.
Fürs Jahr 2026 sind zunehmende Spannungen erwartet
Der aktuelle Rückgang könnte ohnehin nur eine Momentaufnahme sein.
Denn für 2026 sieht das Institute for Economics and Peace gleich mehrere Risiken: Zunehmende geopolitische Spannungen wie aktuell im Iran und in Südasien.
Dazu wirtschaftliche Unsicherheiten im Westen sowie neue technologische Möglichkeiten wie Der verstärkte Einsatz von Drohnen durch extremistische Gruppen.



















