Der nach Spanien ausgereiste kubanische Regierungskritiker Yunior García Aguilera will seinen Kampf gegen die Führung in Havanna auf der Karibikinsel fortsetzen. Deshalb habe er in Spanien auch kein Asyl beantragt, sagte der prominente Theater-Autor am Donnerstag in Madrid. «Ich habe die Absicht, nach Kuba zurückzukehren, will dabei aber nicht wütend sein. Ich muss mich erstmal von dieser Wut befreien, um weiterhin pluralistisch und tolerant zu sein», sagte García Aguilera. Er wolle «den Kampf wieder aufnehmen, wenn mein Leben und das meiner Frau in Kuba nicht mehr in Gefahr sind».
Cuban dissident Yunior Garcia's press conference in Madrid
Yunior Garcia Aguilera spricht an einer Pressekonferenz. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • García Aguilera war am Mittwoch überraschend in Madrid gelandet.

Der Aktivist sei mit einem Touristen-Visum zusammen mit seiner Frau Dayana Prieto eingereist, teilte die spanische Regierung am Donnerstag mit. Zu den Umständen seiner Ausreise aus Kuba sagte der Regierungskritiker, die Machthaber hätten ihn wohl in den Flieger nach Madrid gelassen, um ihn loszuwerden. «Wenn man mich verurteilt hätte, wäre ich zum Symbol geworden. Und auch, wenn man mich umgebracht hätte.»

Am 11. Juli war es auf Kuba spontan zu den grössten Massenprotesten seit Jahrzehnten gekommen. Es gab Hunderte Festnahmen. Kurz vor neuen Protesten gegen die sozialistische Regierung war García Aguilera am Sonntag nach Angaben der Opposition quasi in den Hausarrest gezwungen worden. Er sei von Polizisten in Zivil daran gehindert worden, allein mit einer weissen Rose durch die Hauptstadt Havanna zu marschieren, hiess es in einer Mitteilung des Bündnisses «Plataforma Archipielago». Zudem wurde sein Fenster mit einer kubanischen Fahne verhängt, wie auf Fotos zu sehen war.

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