Proteste gegen Wahl von Präsidentin Salome Surabischwili

    Keystone-SDA
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    Georgien,

    Die ehemalige französische Diplomatin Surabischwili war mit mehr als 59 Prozent der Stimmen als erste Frau an die Spitze von Georgien gewählt worden.

    Salome Surabischwili
    Laut der Wahlkommission hat die teilweise Neuauszählung der Parlamentswahlstimmen in Georgien den Sieg der Regierungspartei Georgischer Traum nicht beeinflusst. (Archivbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Georgische Demonstranten werfen der Präsidentin Salome Surabischwili Wahlbetrug vor.
    • Sie fordern vorgezogene Neuwahlen zum Parlament.

    Rund 25'000 Georgier haben heute Sonntag in Tiflis gegen die Wahl der neuen Präsidentin demonstriert. Sie warfen der von der Regierungspartei unterstützten Salome Surabischwili Wahlbetrug vor und forderten vorgezogene Neuwahlen zum Parlament. Vor dem Parlamentsgebäude im Zentrum der Hauptstadt schwenkten sie Fahnen Georgiens und der Europäischen Union.

    Der per Video aus seinem niederländischen Exil zugeschaltete ehemalige Präsident Michail Saakaschwili rief seinen jubelnden Anhängern zu: «Georgiens Zukunft wird heute auf diesem Platz geboren.» Der Politiker, der von 2004 bis 2013 als Staatschef amtierte und dem die Behörden Machtmissbrauch vorwerfen, fügte hinzu: «Wir werden friedlich kämpfen, aber niemals aufgeben.»

    Erste Frau an Spitze des Landes

    Die ehemalige französische Diplomatin Surabischwili war am Mittwoch in der Stichwahl mit mehr als 59 Prozent der Stimmen als erste Frau an die Spitze des Landes gewählt worden.

    Der unterlegene Oppositionskandidat Grigol Waschadse, der für eine Allianz unter Führung der Saakaschwili-Partei antrat, erkannte die Wahl nicht an. Er sprach von gekauften Wählerstimmen, Einschüchterung von Wählern sowie Manipulation von Stimmzetteln.

    Bei der Kundgebung vor dem Parlament in Tiflis sagte Waschadse, derzeit habe Georgien kein Staatsoberhaupt. Das Wahlergebnis müsse für ungültig erklärt werden. Ausserdem seien vorgezogene Neuwahlen zum Parlament fällig. Bis zum 16. Dezember müssten die Regierungsbehörden eine Arbeitsgruppe für Gespräche mit der Opposition einrichten.

    Vorwurf der Wahlfälschung

    Das Oppositionsbündnis Vereinte Nationale Bewegung hatte bereits vor Bekanntgabe des amtlichen Ergebnisses von Wahlfälschung gesprochen und Neuwahlen gefordert.

    Das Staatsoberhaupt übt hauptsächlich repräsentative Funktionen aus. Der Wahlgang galt auch als Test vor der für 2020 angesetzten Parlamentswahl. Dabei zeichnet sich ein Duell zwischen der Partei Georgischer Traum des Milliardärs und ehemaligen Regierungschefs Bidsina Iwanischwili und der Oppositionsallianz ab.

    Viele Demonstranten machten Iwanischwili für Wahlbetrug verantwortlich. Sie sehen in ihm den starken Mann hinter den Kulissen.

    Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten nach der Wahl erklärt, der Wettbewerb der Kandidaten sei gewährleistet gewesen. Im Wahlkampf sei aber ein Missbrauch staatlicher Ressourcen festgestellt worden. Dieser habe der Regierungskandidatin zu einem «unangemessenen Vorteil» verholfen.

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