Proteste gegen Sudans Militärregierung: Tote und Verletzte

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    Sudan,

    Im Sudan trotzt die Bevölkerung dem Militär, das sich an die Macht putschte. Ein nationaler Tag des Widerstands bringt Zehntausende auf die Strassen. Barrikaden brennen, und auch Schüsse fallen.

    Demonstrierende Menschen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. Foto: Marwan Ali/AP/dpa
    Demonstrierende Menschen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. Foto: Marwan Ali/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei den Massenprotesten der Demokratie-Bewegung im Sudan gegen die Militärmachthaber hat es nach Angaben des nationalen Ärztekomitees Tote und Verletzte gegeben.

    Mindestens drei Zivilisten starben demnach am Samstag in der Stadt Omdurman durch Schüsse von Milizionären. Über Twitter teilte das Ärztegremium mit, die Toten hätten Schusswunden im Kopf- und Bauchbereich. Augenzeugen berichteten von einer grossen Beteiligung der Bevölkerung an den Protesten sowie auch von Barrikaden mit brennenden Autoreifen.

    Das in der Hauptstadt Khartum mit einem Grossaufgebot vertretene Militär hatte die meisten Brücken und wichtige Strassenkreuzungen blockiert. Im Staatsfernsehen erklärten Polizeivertreter am Abend, sie seien von einigen der Demonstranten angegriffen worden, hätten aber nur mit Tränengas und nicht mit scharfer Munition reagiert.

    Das Militär hatte am Montag die Macht in dem nordostafrikanischen Land mit seinen 44 Millionen Einwohnern übernommen und damit international Protest und Empörung ausgelöst. Der Samstag war zu einem Nationalen Tag des Widerstands ausgerufen worden. Sowohl die Vereinten Nationen wie auch die Europäische Union (EU) mahnten das Militär zu Zurückhaltung. In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder wütende Proteste Tausender Sudanesen gegeben.

    Die Militärführung im Sudan setzte derweil vor den landesweiten Protesten erneut Botschafter ab. Dem Staatsfernsehen zufolge handelte es sich um Spitzendiplomaten in Südafrika, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie der Türkei.

    Sudans neuer Militärmachthaber General Abdel Fattah al-Burhan will innerhalb einer Woche einen neuen Regierungschef ernennen. Er stand bisher gemeinsam mit dem entmachteten Regierungschef Abdullah Hamduk an der Spitze einer Übergangsregierung. Nach dem Putsch verkündete er deren Auflösung. Zudem verhängte er einen Ausnahmezustand. Das Internet und viele Telefonleitungen sind weitgehend blockiert.

    Im April 2019 wurde Langzeit-Machthaber Omar al-Baschir nach monatelangen Massenprotesten und einem Militärputsch aus dem Amt getrieben. Das Militär, angeführt von Al-Burhan, und die zivile Opposition einigten sich in einem Verfassungsabkommen auf eine gemeinsame Übergangsregierung, die den Weg zu Wahlen 2022 ebnen sollte. Demnach hätte sich Al-Burhan aus der Übergangsregierung bis Jahresende zurückziehen und Zivilisten Platz machen müssen.

    Zudem plante die zivile Regierung umfangreiche wirtschaftliche Reformen, durch die das Militär erhebliche ökonomische Verluste hätte hinnehmen müssen. Das Militär war auch gegen eine vom entmachteten Regierungschef Hamduk vorangetriebene Aufarbeitung von Menschenrechtsverstössen, in die teilweise auch Al-Burhan und andere einflussreiche Generäle verwickelt gewesen sein sollen.

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