Präsidentenwahl im Libanon vorerst ohne Ergebnis

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    Libanon,

    Bei der ersten Präsidentenwahl im libanesischen Parlament konnte keiner der Kandidaten die erforderliche Mehrheit erreichen.

    General Joseph Aoun
    Generalstabschef Joseph Aoun, der aussichtsreichste Bewerber, konnte nicht die erforderliche Mehrheit erreichen. (Archivbild) - Bilal Hussein/AP/dpa

    Bei der ersten Abstimmung im libanesischen Parlament zur Wahl eines neuen Präsidenten konnte sich kein Kandidat durchsetzen.

    Der aussichtsreichste Bewerber, Generalstabschef Joseph Aoun, erreichte nicht die erforderliche Mehrheit. Der General erhielt 71 der 128 Stimmen. Für einen Erfolg hätte er in der ersten Runde mindestens 86 Stimmen erhalten müssen.

    Ein zweiter Wahlgang soll am Nachmittag erfolgen, kündigte Parlamentspräsident Nabih Berri an. Dabei würde eine Mehrheit von 65 Stimmen ausreichen. Die grösste Hoffnung liegt weiter auf Aoun. Er ist derzeit auch dafür zuständig, die im November vereinbarte Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel zu überwachen.

    Hitzige Debatte im libanesischen Parlament

    Im Parlament gab es vor der Abstimmung eine hitzige Debatte. Einige der Abgeordneten weigerten sich, für Aoun zu stimmen. Sie argumentierten, dass es dafür zunächst eine Verfassungsänderung geben müsste.

    Gemäss der Verfassung dürfen Personen, die in den zwei Jahren vorher einen höheren Beamtenposten innehatten, nicht zum Präsidenten gewählt zu werden. Diese Regel wurde allerdings bereits bei früheren Präsidentschaftskandidaten gebrochen.

    Das kleine Mittelmeerland steckt in einem politischen Machtvakuum fest. Der Libanon ist seit mehr als zwei Jahren ohne Staatschef, nachdem Michel Aoun – nicht verwandt mit Armeechef Aoun – 2022 planmässig aus dem Amt geschieden war.

    Seitdem wurde das Land mit rund sechs Millionen Einwohnern von Ministerpräsident Nadschib Mikati geschäftsführend geleitet. Die aktuelle Regierung ist ebenfalls nur eingeschränkt handlungsfähig.

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