Nicaragua verklagt Deutschland wegen Israel-Unterstützung

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Nicaragua wendet sich an das höchste Gericht der Vereinten Nationen und wirft Deutschland Beihilfe zum «Völkermord» durch Israel im Gazastreifen vor.

    Ein israelischer Hubschrauber fliegt über Chan Junis.
    Ein israelischer Hubschrauber fliegt über Chan Junis. - Mohammed Dahman/AP/dpa

    Nicaragua hat Deutschland vor dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen Beihilfe zum «Völkermord» durch Israel im Gazastreifen vorgeworfen. Das autoritär regierte Land begründete seinen Schritt mit der politischen, finanziellen und militärischen Unterstützung Israels durch Deutschland und der Streichung der Mittel für das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA, wie der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag am Freitag mitteilte.

    Nicaragua wirft Deutschland vor, «die Begehung eines Völkermordes» zu erleichtern und seiner Verpflichtung nicht nachzukommen, alles zu tun, um dies zu verhindern. Nicaragua forderte den Gerichtshof zugleich zur Anordnung vorläufiger Massnahmen bis zur Entscheidung in der Hauptsache auf.

    Das Aussenministerium des mittelamerikanischen Landes warf in einer Erklärung Deutschland vor, die Verletzung der Völkerrechtsregeln durch Israel zum Schaden des palästinensischen Volkes, insbesondere des Gazastreifens, aktiv zu unterstützen.

    Israel muss Völkermord verhindern

    Südafrika, wie Nicaragua ein starker Verfechter der Rechte der Palästinenser, hatte Ende Dezember Israel vor dem Internationalen Gerichtshof wegen angeblich im Gaza-Krieg begangener Verstösse gegen die Völkermordkonvention verklagt. Das UN-Gericht hatte in einem einstweiligen Entscheid verfügt, dass Israel Schutzmassnahmen ergreifen müsse, um einen Völkermord zu verhindern.

    Der IGH soll laut Statut Konflikte zwischen Staaten möglichst friedlich beilegen. Seine Urteile sind in der Regel bindend. Allerdings besitzen die UN-Richter keine Machtmittel, um einen Staat zur Umsetzung zu zwingen. Sie können aber den UN-Sicherheitsrat aufrufen, in der Sache tätig zu werden.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    annalena baerbock ukraine krieg
    22 Interaktionen
    Genozid-Vorwürfe
    86 Interaktionen
    Bei UN-Gericht
    Internationaler Gerichtshof
    4 Interaktionen
    Anhörung

    MEHR IN NEWS

    Einsiedeln SZ
    Basel
    Marbach/Lüchingen SG

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    olise
    5 Interaktionen
    Rot
    4 Interaktionen
    Laut Analyse
    1 Interaktionen
    Hungerkrisen
    Roboter
    33 Interaktionen
    Ferngesteuert