Militärrat im Tschad ernennt Übergangsregierung

    Keystone-SDA
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    Tschad,

    Nach dem Tod des langjährigen Staatschefs Idriss Déby Itno hat der Militärrat im Tschad eine Übergangsregierung ernannt. Dabei sei auch ein Ministerium für nationale Versöhnung neu geschaffen worden, teilte ein Armeesprecher am Sonntag mit.

    Der 37-jährige Mahamat Idriss Deby Itno (Mitte), der Sohn des verstorbenen tschadischen Präsidenten Idriss Deby Itno, hat als Chef des Militärrates eine Übergangsregierung bestimmt. (Archivbild)
    Der 37-jährige Mahamat Idriss Deby Itno (Mitte), der Sohn des verstorbenen tschadischen Präsidenten Idriss Deby Itno, hat als Chef des Militärrates eine Übergangsregierung bestimmt. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/AP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Minister seien vom Chef des Militärrats, Débys 37-jährigem Sohn Mahamat, ernannt worden.

    Oppositionsführer Saleh Kebzabo sagte, er erkenne die Interimsregierung an.

    Zwei Mitglieder von Kebzabos Partei bekommen nach Angaben des Junta-Sprechers Ministerposten in dem 40-köpfigen Kabinett. «Wir erkennen die Autorität des Militärrats an, sonst wären wir nicht in der Regierung», sagte Kebzabo der Nachrichtenagentur AFP. Als weiterer Vertreter einer Oppositionspartei wurde Mahamat Ahmat Alhabo zum Justizminister ernannt.

    Die Armee hatte vergangenen Monat verkündet, dass Staatschef Idriss Déby Itno seinen an der Front im Norden des Landes erlittenen Verletzungen erlegen sei - einen Tag zuvor war er noch zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt worden, bei der er sich um eine sechste Amtszeit beworben hatte.

    Der 15-köpfige Militärrat setzte anschliessend die Verfassung ausser Kraft und kündigte «freie und demokratische Wahlen» an - allerdings erst in 18 Monaten. Die nach dem Tod Débys verhängte nächtliche Ausgangssperre wurde am Sonntag aufgehoben.

    Am vergangenen Montag hatte Mahamat Idriss Déby bereits den ehemaligen Regierungschef Albert Pahimi Padacké als Chef einer Übergangsregierung eingesetzt. Pahimi Padacké rief seine Mitbürger auf, «keine Zeit zu verlieren sich zusammenzuschliessen (...), um die Grundlagen für freie und transparente Wahlen innerhalb des Zeitplans» zu schaffen.

    Seine Ernennung wurde überschattet von Demonstrationen der Opposition und Zivilgesellschaft, bei denen mindestens sechs Menschen starben. Mehr als 650 Menschen wurden festgenommen.

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