Messerattacke auf Kinder: Täter bereitete sich mit ChatGPT vor

Keystone-SDA
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Zürich,

Anfang Oktober 2024 griff ein chinesischer Student in Zürich mit einem Messer Kindergartenkinder an. Heute steht er wegen versuchten Mordes vor Gericht.

Messerattacke Mann Kindergartenkinder
Einsatzkräfte der Polizei bei einem Einsatz in einem Quzartier, nahe Berninaplatz in Zürich Oerlikon, am Dienstag, 1. Oktober 2024. Dort griff der Mann eine Gruppe Kindergartenkinder an. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Täter soll schon im August 2024 ChatGPT zu den juristischen Konsequenzen für Töten durch Erstechen befragt haben.
  • Später soll er recherchiert haben, wo er in Zürich Kinder antreffen könnte.
  • Bei der Tat verletzte er drei Kinder zum Teil schwer. Die Staatsanwaltschaft verlangt eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren.

Ein heute 25-jähriger chinesischer Student ging am 1. Oktober 2024 in Zürich mit einem Messer auf Kinder los. Drei wurden zum Teil schwer verletzt. Die Tat soll er wochenlang geplant haben. Am heutigen Donnerstag steht er vor Gericht.

Schon im August 2024 habe der Beschuldigte ChatGPT zu den juristischen Konsequenzen für Töten durch Erstechen befragt, heisst es in der Anklageschrift. Bereits damals habe er sich dafür entschieden, Kinder zu erstechen. Später soll er recherchiert haben, wo er in Zürich Kinder antreffen könnte. Online bestellte er sich ein Messerset.

ChatGPT
Der Täter soll sich mit ChatGPT gezielt auf die Tat vorbereitet haben. - keystone

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Chinesen Skrupellosigkeit und minutiöse Planung vor. Darum auch die Anklage wegen versuchten Mordes. Er habe anatomische Darstellungen des menschlichen Körpers studiert und an rohem Rindfleisch Stiche und Schnitte geübt.

Erwachsene Begleitperson verhinderte schlimmeres

Am Tattag überholte der Beschuldigte in der Nähe seines Wohnortes eine Gruppe Kindergartenkinder und ging unvermittelt mit einem Messer auf diese los. Eine erwachsene Begleitperson konnte ihn nach kurzer Zeit festhalten. Er liess das Messer fallen und ergab sich. Weitere Passanten kamen zu Hilfe.

Messerattacke auf Kinder Zürich
Bei diesem Kinderhort kam es zum Messerangriff auf die Kinder. - keystone

Drei Kinder wurden beim Angriff am Oberkörper teils schwer verletzt. Bei zwei von ihnen waren notfallmässige medizinische Interventionen nötig.

Staatsanwaltschaft verlangt Freiheitsstrafe von 15 Jahren

Die Staatsanwaltschaft verlangt eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Zudem soll der Mann für 15 Jahre des Landes verwiesen werden. Im Gefängnis soll der 25-Jährige ambulant behandelt werden.

Das Motiv für die Tat bleibt rätselhaft. Schon kurz danach berichteten Medien über patriotische Beiträge des 25-Jährigen auf Instagram am Tattag, an dem auch der chinesische Nationalfeiertag war. Laut Anklage fühlte sich der Student in der Schweiz nicht respektiert und sei zunehmend unglücklich gewesen. Er lebte seit August 2023 in Zürich und studierte an der örtlichen Universität.

Laut Staatsanwaltschaft zeigte sich der Beschuldigte schon kurz nach der Tat geständig. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt aber die Unschuldsvermutung. Der Prozess ist auf zwei Tage angesetzt.

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