In einem palästinensischen Flüchtlingslager sind mehrere Personen bei Explosionen gestorben. Ein Waffendepot der Hamas soll detoniert sein.
Libanesische Soldaten blockieren den Haupteingang zum palästinensischen Flüchtlingslager Burj Shamali in Tyrus im Süden des Libanons. Foto: Mohammad Zaatari/AP/dpa
Libanesische Soldaten blockieren den Haupteingang zum palästinensischen Flüchtlingslager Burj Shamali in Tyrus im Süden des Libanons. Foto: Mohammad Zaatari/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Mohammad Zaatari

Das Wichtigste in Kürze

  • In einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon kam es zu mehrere Explosionen.
  • Ein Feuer soll zur Detonation eines Hamas-Waffendepots geführt haben.
  • Der Grund für den Brand ist noch unbekannt.

Im Süden des Libanons ist es in einem palästinensischen Flüchtlingslager zu mehrere Explosionen gekommen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Freitagabend von Toten und Verletzten. Dafür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Ein Sprecher des palästinensischen Roten Halbmonds erklärte, es gebe zehn bis zwölf Leichtverletzte.

NNA zufolge detonierte in dem Flüchtlingslager Burdsch al-Schimali nahe der Stadt Tyros ein Waffendepot der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas. Die Ursache war zunächst unklar. Vor der Explosion soll in der Nähe ein Feuer ausgebrochen sein, wie es aus palästinensischen Kreisen hiess. Die Armee riegelte das Gebiet ab.

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Eine Ambulanz vor dem Flüchtlingslager. - Keystone

In den Kriegen zwischen Israel und den arabischen Staaten waren zahlreiche Palästinenser in Nachbarländer geflohen. Im Libanon leben nach Schätzungen heute rund 400'000 palästinensische Flüchtlinge in zwölf Lagern, die von palästinensischen Gruppen kontrolliert werden.

Der Libanon ist in den vergangenen Monaten mehrfach von schweren Explosionen erschüttert worden. Bei der verheerenden Detonation im Hafen der Hauptstadt Beirut starben im vergangenen Jahr über 190 Menschen, rund 6000 wurden verletzt. Im vergangenen August kamen mindestens 28 Menschen ums Leben, als sich im Norden des Landes ein Treibstofftank entzündete. Der Libanon leidet zudem seit mehr als zwei Jahren unter der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte.

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