Mehr als 120 Ausländer in Venezuela festgenommen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA, Redaktion

    Bern,

    Nach dem umstrittenen Wahlsieg von Maduro wurden in Venezuela über 120 Ausländer festgenommen. Offiziell ist Terrorverdacht der Grund.

    maduro
    Offiziell gewann Nicolás Maduro die Wahl in Venezuela, es gibt aber Zweifel. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Venezuela wurden mehr als 120 Ausländer wegen «Terrorverdachts» festgenommen.
    • Ihnen wird vorgeworfen, an «destabilisierenden Aktionen» beteiligt gewesen zu sein.
    • Unter den Festgenommenen sollen sich auch Schweizer befinden.

    Nach der Präsidentenwahl in Venezuela im Juli hat die Regierung mehr als 120 ausländische Staatsangehörige wegen Terrorverdachts festnehmen lassen.

    Unter ihnen seien auch Deutsche, Israelis und US-Amerikaner, teilte Venezuelas Innenminister Diosdado Cabello wenige Tage vor der Vereidigung des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro für eine weitere Amtszeit mit. Auch Schweizer sollen darunter sein.

    Vorgeworfen werde ihnen, Terrorpläne geschmiedet zu haben und an «destabilisierenden Aktionen» beteiligt gewesen zu sein.

    Maduro Venezuela
    Maduro hatte nach seiner Stimmabgabe gesagt, er wolle das Ergebnis der Wahl respektieren. - dpa

    Die Regierung teilte weder den genauen Zeitpunkt der Festnahmen mit noch, warum sie diese Festnahmen erst jetzt öffentlich macht. Die Opposition hatte angekündigt, vor der für diesen Freitag geplanten Vereidigung demonstrieren zu wollen. Die Regierung habe die Sicherheitsvorkehrungen auf den Strassen der Hauptstadt Caracas verstärkt, um «den Frieden zu garantieren», teilte Cabello mit.

    Richtiger Wahlsieger nach Spanien geflüchtet

    Nach der Präsidentenwahl in Venezuela im vergangenen Juli hatte Oppositionskandidat Edmundo González den Sieg für sich reklamiert. Die USA und mehrere Länder Lateinamerikas erkennen ihn als Wahlsieger an. Die linientreue Wahlbehörde erklärte allerdings den seit fast zwölf Jahren regierenden Staatschef Maduro zum Wahlsieger. González war Anfang September nach Spanien ausgereist und hatte dort politisches Asyl beantragt.

    González hatte zuletzt angekündigt, in seine Heimat zurückzukehren und sich ebenfalls am Freitag als Präsident des südamerikanischen Landes vereidigen zu lassen. Allerdings liegt in Venezuela ein Haftbefehl gegen ihn vor. Vor wenigen Tagen setzte die Regierung in Caracas ein Kopfgeld von 100'000 US-Dollar auf ihn aus.

    Oppositionskandidat González trifft US-Präsident Biden

    Der 75-Jährige befindet sich derzeit auf einer Reise durch mehrere Länder des amerikanischen Kontinents, um für Unterstützung in der Region zu werben.

    Nach einem Besuch in Argentinien und Uruguay und der Zusammenkunft mit den dortigen Staatspräsidenten traf González in Washington auch US-Präsident Joe Biden. Beide seien sich einer Mitteilung des Weissen Hauses zufolge einig, dass der selbst erklärte Wahlsieg von González durch eine friedliche Rückkehr zu einer demokratischen Regierung gewürdigt werden sollte.

    Kommentare

    User #5789 (nicht angemeldet)

    Das hat Maduro alles von den Genossen Putin und Lukaschenko gelernt.

    User #2713 (nicht angemeldet)

    Dieser Onkel Gaga Biden würde besser mal vir seiner Haustüre (Venezuela) zum Rechten schauen anstatt durch Waffenlieferungen und Geldgeschenke an die Ukraine in Europa einen Krieg zu schüren. Wir werden alle noch unter dieser Politik leiden müssen und man kann nur hoffen, dass der neue Präsident der USA nicht dieselben katastrophalen Fehler machen wird wie der Alte.

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