Kopf-an-Kopf-Rennen bei Wahl in Peru

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Peru,

    Peru steht mitten in den Präsidentschaftswahlen. Derzeit zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Fujimori und Castillo ab.

    Peru
    Keiko Fujimori kam in der Stichwahl auf 50,17 Prozent der Stimmen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Keiko Fujimori und Pedro Castillo wollen beide das Präsidentenamt in Peru übernehmen.
    • Derzeit zeichnet sich ein knappes Ergebnis ab.
    • Am Montag wurden über 90 Prozent der Stimmen ausgewertet.

    Bei der Präsidentenwahl in Peru zeichnet sich ein äusserst knappes Ergebnis ab. Die Tochter von Ex-Präsident Alberto Fujimori, Keiko Fujimori, kam in der Stichwahl auf 50,17 Prozent der Stimmen. Das teilte das Wahlamt am Montag nach der Auszählung von über 90 Prozent der Stimmen mit. Ihr Gegner Pedro Castillo erhielt demnach 49,82 Prozent der Stimmen.

    Am Ende dürften wenige Tausend Stimmen über den Ausgang der Wahl entscheiden. «Ich habe viel Hoffnung und Glaube, dass wir es schaffen.» Das schrieb Fujimori nach ihrer Stimmabgabe am Sonntag auf Twitter.

    Auch Castillo gab sich siegessicher. «Der Wille des Volkes wird respektiert werden», sagte er vor seinen Anhängern. «Jetzt müssen noch unsere Stimmen gezählt werden, die Stimmen aus der Provinz.» Der Dorfschullehrer hat gerade auf dem Land zahlreiche Anhänger.

    Kräftemessen der politischen Extreme

    Die Stichwahl in Peru war ein Kräftemessen der politischen Extreme: Fujimori steht für eine liberale Wirtschaftspolitik und eine Sicherheitsstrategie der harten Hand. Ihren Politikentwurf beschreibt sie als «Demodura», eine Mischung aus Demokratie und «mano dura» (auf Deutsch: harte Hand).

    In den vergangenen Jahren war sie allerdings selbst mehrfach in Untersuchungshaft. In einem laufenden Korruptionsverfahren droht ihr eine langjährige Freiheitsstrafe.

    Peru
    Präsidentschaftskandidat Pedro Castillo benutzt ein Megaphon, um zu seinen Anhängern zu sprechen, von einem Balkon seiner Parteizentrale während einer Stichwahl, in Tacabamba, Peru, Sonntag, 6. Juni 2021. - Keystone

    Ihr Vater Alberto Fujimori verbüsst wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen eine 25-jährige Haftstrafe. In seiner Amtszeit (1990-2000) liess Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen, das Parlament wurde entmachtet. Zudem wurden Zehntausende indigene Frauen zwangssterilisiert.

    Nach der Scheidung der Eltern galt Keiko Fujimori jahrelang als First Lady und begleitete ihren Vater auf zahlreichen Auslandsreisen. Im Falle eines Wahlsiegs will sie ihren Vater begnadigen.

    Peru
    Der ehemalige peruanische Machthaber Alberto Fujimori wird von seinem Sohn Kenji aus der Klinik begleitet. Hier war er 12 Tage hospitalisiert, nachdem er vom damaligen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski begnadigt wurde. - Keystone

    Der marxistische Dorfschullehrer Castillo hingegen will einen sozialistischen Staat aufbauen, die Medien stärker kontrollieren und das Verfassungsgericht abschaffen. Er stammt aus einer bäuerlichen Familie aus der Provinz Chota im Norden des Landes und hatte 2017 einen Lehrer-Streik angeführt. Er gibt sich als Aussenseiter im Politikbetrieb und verfügte vor Beginn der Kampagne nicht einmal über ein Twitter-Konto.

    Fujimori hingegen gehört zur Elite des Landes. Sie studierte Betriebswirtschaft in den USA und bewegte sich bereits in jungen Jahren in den politischen Kreisen Limas.

    Beide vertreten konservatives Familienbild

    Auch wenn Castillo und Fujimori für gegensätzliche Extreme stehen, liegen sie bei ihren gesellschaftspolitischen Ansichten gar nicht weit auseinander: Beide vertreten ein konservatives Familienbild, sind gegen gleichgeschlechtliche Ehen und Abtreibung. Beide setzen auf die Ausbeutung von Bodenschätzen und messen dem Schutz von Umwelt und Menschenrechten keine grosse Bedeutung zu.

    Die Herausforderungen für den neuen Präsidenten oder die neue Präsidentin sind enorm: Peru leidet besonders stark unter der Corona-Pandemie. Es gehört zu den Ländern mit der höchsten Sterblichkeitsquote weltweit, zudem brach die Wirtschaft um 12,9 Prozent ein.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Am Sonntag
    1 Interaktionen
    In Peru
    Peru Coronavirus
    8 Interaktionen
    Mehr als das Doppelte

    MEHR IN NEWS

    wolo
    5 Interaktionen
    Kiew
    ärzte
    1 Interaktionen
    2025
    2 Interaktionen
    London

    MEHR AUS PERU

    Flughafen Jorge Chávez
    Lima
    peru
    5 Interaktionen
    Chan Chan
    Ayacucho
    Peru
    4 Interaktionen
    Ayacucho