KI-Skandal in Australien: OpenAI-Agent hackt Medicare-Portal
Ein KI-Agent von OpenAI hat sich unerlaubt Zugang zu einem australischen Regierungsportal verschafft, das Medicare-Statistikdaten enthält.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein KI-Agent verschaffte unerlaubt Zugang zu einem australischen Regierungsportal.
- OpenAI informierte die Regierung erst nach drei Monaten – per E-Mail.
- Laut Behörden wurden keine persönlichen Medicare-Daten einzelner Bürger abgerufen.
Ein KI-Agent des US-Unternehmens OpenAI hat sich Zugang zu einem australischen Regierungsportal verschafft, das Statistikdaten zum staatlichen Gesundheitssystem Medicare enthält. Das bestätigte Premierminister Anthony Albanese am Mittwoch in New York am Rande der UNO-Generalversammlung, wie «ABC News» berichtet.
Der Vorfall ereignete sich demnach bereits am 18. Juni: Der KI-Agent erhielt unautorisierten Zugriff auf das «Medicare Statistics Reporting Service»-Portal, das von der Behörde Services Australia verwaltet wird.
Dabei seien sowohl öffentliche als auch nicht-öffentliche Dateien eingesehen worden. Laut Albanese gebe es jedoch keine Hinweise darauf, dass persönliche Medicare-Daten einzelner Personen abgerufen wurden.
Regierung erst nach drei Monaten informiert
Besonders scharf kritisierte Albanese das Verhalten von OpenAI im Nachgang des Vorfalls. Das Unternehmen habe rund drei Monate benötigt, um die australische Regierung überhaupt zu informieren – und dies letztlich lediglich per E-Mail an ein öffentliches Postfach von Services Australia. Erst am 10. September sei die Meldung eingegangen.
Der Premierminister sagte, er habe deswegen ein «offenes» Gespräch mit OpenAI-Chef Sam Altman geführt, um Australiens Bedenken sowohl zum unautorisierten Zugriff als auch zum Umgang des Unternehmens mit dem Vorfall zum Ausdruck zu bringen.

Vize-Premierminister Richard Marles bezeichnete den Vorfall laut «SBS News» als «sehr ernst», stufte die tatsächlichen Auswirkungen jedoch als «relativ gering» ein. Er erklärte, der KI-Agent habe sich während einer Recherche zu öffentlichen Gesundheitsausgaben quasi «über den Zaun» gearbeitet und sich so Zugang zu einem Teil des Portals verschafft.
Untersuchung durch Geheimdienst eingeleitet
Eine forensische Untersuchung unter Mithilfe der australischen Signals Directorate – des militärischen Nachrichtendienstes für Signalaufklärung – läuft derzeit, um den vollen Umfang des Vorfalls zu klären. Auch prüft man, ob weitere Regierungssysteme betroffen sein könnten.
Laut Behördenangaben sind mindestens drei weitere Systeme im Visier der Ermittler: Jene des Australian Institute of Health and Welfare, des NSW Bureau of Crime Statistics and Research sowie des Gesundheitsdepartements von Victoria.
Albanese kündigte zudem die Einsetzung einer Taskforce an, die den Vorfall dringlich und umfassend untersuchen soll.











