Katastrophenhilfe erreicht Millionen Menschen nicht

    DPA
    DPA

    Genève,

    Unsichtbar, unerreichbar oder übersehen: längst nicht alle Menschen in Not bekommen die Hilfe, die sie nach Katastrophen dringend brauchen.

    rotes Kreuz
    Ein Mitglied des Roten Kreuzes verteilt Hilfsgüter an Betroffene eines Erdbebens in Mexiko. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Millionen Menschen weltweit erhalten nicht die nötige Hilfe.
    • Das zeigt der heute veröffentlichte Bericht des Roten Kreuzes.
    • Jeder 57. Erdenbewohner benötige humanitäre Hilfe.

    Millionen Menschen weltweit bleiben nach Katastrophen in ihrem Elend allein. Das zeigt ein Bericht des Roten Kreuzes. Bei manchen Einsätzen erreichten von internationalen Organisationen unterstützte Helfer wahrscheinlich weniger als die Hälfte der Betroffenen, kritisiert die Organisation in ihrem Katastrophenbericht 2018. Mit Netzwerken in 190 Ländern ist die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) die grösste Freiwilligen-Hilfsorganisation der Welt.

    Weil viele in Not geratene Menschen gar nicht erreicht werden, sind Schätzungen über ihre genaue Zahl schwierig. Das UN-Nothilfebüro (Ocha) schätzt, dass in diesem Jahr insgesamt 134 Millionen Menschen humanitäre Hilfe brauchen. Das ist etwa jeder 57. Erdenbewohner. Die Vereinten Nationen kümmerten sich nach dieser Schätzung um 97 Millionen Bedürftige. Die anderen seien auf Hilfe etwa von ihren Regierungen, vom Roten Kreuz oder anderen Hilfsorganisationen angewiesen. Das klappe aber längst nicht überall, so der Bericht.

    Spenden gehen weltweit zurück

    Das Rote Kreuz nennt einige Faktoren, die Nothelfer bremsen: Manchmal hätten Menschen keine Geburtsurkunden und tauchen in Bevölkerungsstatistiken nicht auf - darauf basieren aber Analysen, was genau in welcher Region nach einer Katastrophe gebraucht wird. Oder Behörden zählten diskriminierte Minderheiten nicht oder stritten ab, dass sie auch Hilfe brauchen. Manche Regionen seien schwer erreichbar, entweder, weil das Gelände unwegsam ist oder Rebellen oder Banden die Wege unsicher machen. Andernorts verstünden Helfer kulturelle oder soziale Hürden nicht.

    Zudem wachse die Not weltweit, und das Spendenaufkommen halte nicht Schritt. 2017 seien UN-Spendenaufrufe zum Beispiel nur zu 56 Prozent gedeckt gewesen. Zwar habe der Umfang der internationalen humanitären Hilfe Rekordniveau erreicht, aber es gebe auch so viele Krisen und Menschen in Not wie nie zuvor.

    Kommentare

    Weiterlesen

    rotes kreuz
    1 Interaktionen
    Krieg und Flucht
    Pilotenfehler
    IKRK Fahne
    1 Interaktionen
    Keine Gnade

    MEHR IN NEWS

    Sommerferien
    7 Interaktionen
    Teures Essen
    3 Interaktionen
    Zürich

    MEHR AUS GENèVE

    pierre maudet
    2 Interaktionen
    GDK-Maudet
    Jemen Flüchtlinge
    UNHCR warnt
    Donald Trump
    18 Interaktionen
    Während Trump-Besuch