«Ich dachte, ich würde sterben» – Überleben nach Flutwelle

    Keystone-SDA
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    Nepal,

    Die Nepalesin Rita Docha trank gerade mit Freunden ihren Morgentee, als sie plötzlich von einer gewaltigen Flutwelle mitgerissen wurde. Die 20-jährige alleinerziehende Mutter schildert in einem Krankenhaus in Nepals Hauptstadt Kathmandu, wie sie den Tag der Sturzflut-Katastrophe in der Himalaya-Grenzregion zwischen ihrem Land und China erlebt hat. Sie erlitt dabei unter anderem eine schwere Kopfverletzung, die derzeit in der staatlichen Tribhuvan-Universitätsklinik behandelt wird.

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    Anwohner tragen in Devighat im nepalesischen Distrikt Nuwakot ihre Habseligkeiten, die sie aus ihren beschädigten, mit Schlamm und Trümmern gefüllten Häusern gerettet haben. - keystone

    Sie sass mit Freunden im zweiten Stock eines Hauses im Dorf Timure Bazar, das in dem stark getroffenen Distrikt Rasuwa lag. Ihre Tochter war bei ihrer Mutter in der Nähe von Kathmandu. «Es geschah plötzlich. Sobald wir den Lärm draussen hörten, rannten wir los, aber es war zu spät», sagt sie in Anwesenheit ihres Vaters der Deutschen Presse-Agentur. Ihre Schilderungen unterbricht sie um Fassung ringend mehrmals, macht aber klar, weitererzählen zu wollen.

    Als sie den dritten Stock erreicht hätten, habe die Flut das Gebäude bereits erreicht. Ihr Freund habe sie noch in den vierten Stock gezogen. «Kaum waren wir dort, riss die Flut das Gebäude mit sich.» Alle Bewohner des Hauses seien fortgespült worden. Die Flut zog sie flussabwärts, als sie in einen Strudel geriet. «Ich dachte, ich würde sterben.» Dann wurde sie plötzlich ans Ufer geschleudert, wo sie sich zu einem Felsen schleppen konnte. Sie sei orientierungslos gewesen, habe aber wahrnehmen können, alle Häuser in Timure bis auf eines seien verschwunden, erzählt Docha.

    In ihrer Nähe krochen Menschen lebend aus dem Schlamm. «Anwohner, die einen Hang hinaufgerannt waren, kamen herunter, um uns zu helfen.» Sie lieh sich von einem Chinesen ein Handy, um ihren Vater anzurufen. Später landete etwas weiter unterhalb ihres Standorts ein Rettungshubschrauber, der sie später nach Kathmandu brachte. «Ich hatte weder Angst noch Schmerzen. Ich stand unter Schock.» Die Flutwelle sei gewaltig gewesen. «Sie dauerte nur etwa 15 bis 20 Minuten, dann legte sich alles.» Auch ihr Freund, der sie letztlich gerettet habe, wird vermisst.

    Der Zustand seiner Tochter habe sich deutlich verbessert, sagt der Vater. Ihre Kopfverletzung habe jedoch zunächst nicht genäht werden können, weil sich die Wunde vermutlich durch Sand und Schlamm entzündet habe. Der Vater, der als Fahrer in einem Bauunternehmen in der Nähe von Kathmandu arbeitet, zeigte sich besorgt wegen der Kosten für die Weiterbehandlung. Bisher habe der Staat die Kosten übernommen.

    Zahlreiche Überlebende wie Rita Docha wurden aus dem Katastrophengebiet in Kliniken in Kathmandu gebracht. An der Wand der Tribhuvan-Universitätsklinik wie an anderen Krankenhäusern sind Hunderte von Zetteln mit Informationen zu vermissten Personen angebracht.

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