Die Wale, die Russland in einer Bucht am Japanischen Meer gefangen hält, sollen nicht verkauft werden. Was mit den Tieren geschieht, ist noch unklar.
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Ein Anleger und Schuppen sind am Ufer einer Bucht im Osten von Russland errichtet worden. - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die rund 100 Wale in russischer Gefangenschaft dürfen nicht verkauft werden.
  • Tierschützer befürchteten, dass sie an chinesische Aquarien ausgeliefert werden sollten.

Gut 100 Wale aus ostrussischer Gefangenschaft dürfen nicht verkauft werden. Das entschied ein Gericht in der Region Primorje, wie russische Medien am Samstag berichteten. Es sei eine einstweilige Verfügung erlassen worden. Die 90 Belugas und 11 Orcas dürfen demnach die Anlage in einer Bucht am Japanischen Meer vorerst nicht verlassen. Tierschützer hatten befürchtet, dass die Tiere an chinesische Aquarien verkauft werden.

Was aus den Walen nun wird, blieb zunächst unklar. Sie sollten dort so lange wie nötig bleiben, sagte ein Behördensprecher. Die Meeressäuger werden dort aus Sicht von Tierschützern in viel zu engen Gehegen gehalten. Sie sprachen deshalb von einem «Wal-Gefängnis». Die Berichte darüber hatten weltweit Schlagzeilen gemacht. Die Staatsanwaltschaft hatte sich daraufhin eingeschaltet.

Das Walgefängnis in der Bucht am Japanischen Meer.

Die für die Fischerei zuständige russische Bundesbehörde hatte zuletzt darauf verwiesen, dass die Entscheidung über den Fang von Walen auf der Grundlage von Rechtsvorschriften und wissenschaftlichen Untersuchungen getroffen worden sei. Man wolle aber Informationen der Staatsanwaltschaft prüfen, die mitgeteilt hatte, dass es laut russischem Recht nicht erlaubt ist, die «Rechte an Tieren an Personen zu übertragen, die sie nicht gefangen haben».

Laut der Wal- und Delfinschutzorganisation WDC wurden die Becken in der Anlage nahe der Hafenstadt Wladiwostok von vier Firmen angemietet, die zwischen 2013 und 2016 bereits 15 Schwertwale (Orcas) nach China exportiert haben.