Fachleute für die weltweite Corona-Impfkampagne haben mehr Anstrengungen auf dem Weg zu einer globalen Herdenimmunität gefordert.
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Eine Verpackung mit mehreren Dosen des Corona-Impfstoffs Sputnik V. - Keystone

Dazu müssten die wohlhabenden Staaten überzählige Impfstoff-Bestellungen an die ärmeren Staaten abgeben, forderten Vertreter internationaler Organisationen am Mittwoch bei einer Expertenrunde, die die Entwicklungsorganisation One organisiert hatte.

Inzwischen hätten sich die reichen Industrieländer insgesamt 1,9 Milliarden Impfdosen mehr gesichert, als sie für eine Herdenimmunität in den eigenen Staaten benötigten, sagte One-Geschäftsführer Tom Hart.

Eine Analyse zeige, dass zum Ende des Sommers alle G7-Staaten ihre Bedürfnisse erfüllt hätten und dann Lager mit Überkapazitäten aufbauen würden. Aus einem Absichern dürfe kein Horten werde. «Die nächsten sechs Wochen sind entscheidend», sagte er. Vom richtigen Vorgehen hänge ab, ob man die Pandemie in den kommenden sechs Monaten besiegen könne.

Je länger die Pandemie dauere, desto grösser sei die Gefahr gefährlicher Mutanten, warnte der Vorstandsvorsitzende der Impfallianz Gavi, Jose Manuel Barroso. «Wir müssen dringend schneller vorankommen.» Er verwies auf die solidarische Impfinitiative Covax, ohne die vier Milliarden Menschen keinen Zugang zu Corona-Schutzimpfungen bekommen könnten.

Die Geschäftsführende Direktorin des Programms der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS), Winnie Byanyima, forderte, es dürfe nicht Unternehmen überlassen bleiben zu entscheiden, wieviel Vakzin produziert werde und an wen es verkauft werde. Sie forderte, Technologien mit den Entwicklungsländern zu teilen. Der Präsident der Rockefeller-Stiftung, Raj Shah, sagte, die Infektionszahlen seien weltweit auf einem Hoch. «Wir lassen zu, dass ein weltweiter Brutkasten für neue Varianten die ersten Erfolge gefährdet», warnte er. Nötig sei weltweite Herdenimmunität, die erreicht sei, wenn in den Bevölkerungszentren 70 Prozent der Menschen geimpft seien.

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