Experte warnt vor grosser Kriegsgefahr in Nahost: «Risiko sehr hoch»

    Keystone-SDA
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    Israel,

    Nach dem iranischen Grossangriff auf Israel herrscht nach Einschätzung eines Experten grosse Kriegsgefahr in Nahost.

    Flächenbrand Israel Panzer Hamas
    Die internationale Gemeinschaft fürchtet, dass die Situation im Nahen Osten zum Flächenbrand eskaliert. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Experte schätzt das Risiko eines Krieges im Nahen Osten als «sehr hoch» ein.
    • Israel wie auch Iran hätten Gründe, an der Eskalation weiterzudrehen.
    • Was neu sei, sei die Bereitschaft, mehr Risiken einzugehen.

    «So eine Eskalationsspirale entgleitet sehr schnell und sehr einfach, weil für beide Seiten sowohl Eskalation als auch Deeskalation riskant ist», sagt der Konflikt- und Protestforscher Tareq Sydiq von der Marburger Universität im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Man weiss nicht genau, wie die andere Seite reagieren wird und ab welchem Zeitpunkt ein Krieg auch unausweichlich wird. Das Risiko würde ich sehr hoch einschätzen.»

    Der Iran hatte in der Nacht zum Sonntag Israel mit mehr als 300 Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen angegriffen. Hintergrund war ein mutmasslich israelischer Angriff auf das iranische Botschaftsgelände in der syrischen Hauptstadt Damaskus, bei dem Anfang April zwei Generäle der iranischen Revolutionsgarden getötet worden waren. Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, kündigte einen Gegenschlag auf militärische Einrichtungen des Irans an. Die internationale Staatengemeinschaft ist um Deeskalation bemüht.

    Fürchten Sie sich vor einem Flächenbrand im Nahen Osten?

    Den Luftschlag gegen die Generäle in Syrien sieht Experte Sydiq im Kontext des Gaza-Konflikts. «Die Präsenz der Revolutionsgarden wird aus israelischer Seite schon lange als eine Bedrohung der eigenen Sicherheit wahrgenommen und auch so verstanden», sagt der Iran-Experte. Die Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, arbeite mit der libanesischen Hisbollah-Miliz zusammen und unterstütze die islamistische Hamas im Gazastreifen. «Das ist sehr klar dokumentiert. Und deswegen sind solche Waffenlieferungen, ist eine iranische Präsenz immer auch ein Sicherheitsrisiko für die Israelis.»

    Aktuell sieht Sydiq grosse internationale Bemühungen, einen Krieg zu vermeiden. «Die USA sind natürlich auch sehr aktiv dabei, zu verhindern, dass es hier zu einer Eskalation kommt. Sie versuchen auch mässigend auf beide Seiten einzuwirken und die israelische Antwort eher auf einem geringen Niveau zu halten», sagt der Konfliktforscher. Die Gefahr eines Krieges bleibe dennoch bestehen, «weil beide Seiten Gründe haben, an der Eskalation weiterzudrehen». Das sei nicht neu. «Was durchaus neu ist, ist die Bereitschaft, da mehr Risiken einzugehen.»

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