Chinas Vizepremier spricht von «neuem Stadium» in Pandemie

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    Die rigorosen Massnahmen der chinesischen Behörden führten am Wochenende zu den grössten öffentlichen Demonstration seit Jahrzehnten. Jetzt äussert sich der Vizepremier.

    Arbeiter in Peking laden Waren auf einen Wagen, um sie zu den Anwohnern im Lockwdown zu bringen.
    Arbeiter in Peking laden Waren auf einen Wagen, um sie zu den Anwohnern im Lockwdown zu bringen. - Andy Wong/AP/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach Protesten gegen die strikten Corona-Massnahmen hat Chinas Vize-Premierministerin von einem «neuen Stadium der Pandemie» gesprochen und damit erneut Spekulationen über mögliche Lockerungen ausgelöst.

    «Da die Omikron-Variante weniger pathogen geworden ist, mehr Menschen geimpft werden und wir mehr Erfahrungen in der Covid-Prävention gesammelt haben, befindet sich unser Kampf gegen die Pandemie in einem neuen Stadium und bringt neue Aufgaben mit sich», sagte Vize-Premierministerin Sun Chunlan bei einem Treffen der Nationalen Gesundheitskommission.

    Die rigorosen Massnahmen der Behörden als Reaktion auf die neue Corona-Welle führten am Wochenende zu Protesten in mehreren Millionenmetropolen. Es war die grösste öffentliche Demonstration von Unmut in China seit Jahrzehnten. Als Reaktion auf die Versammlungen wurde eine massive Polizeipräsenz auf den Strassen von Peking, Shanghai und anderen Städten mobilisiert, um ein Wiederaufflammen der Demonstrationen zu verhindern.

    Schon vor dem Ausbruch der Proteste hatten die Behörden eine Anpassung der Corona-Massnahmen beschlossen. Da die Infektionszahlen jedoch zuletzt stark anstiegen, verhängten viele Städte zusätzlich Massnahmen. Die Gesundheitskommission forderte die lokalen Behörden auf, sich strikt an die Vorgaben zu halten. Am Dienstag kündigte die Kommission zudem an, die Impfkampagne stärker vorantreiben zu wollen – besonders in der älteren Bevölkerung. Aus Angst vor Nebenwirkungen wurden Ältere in dem 1,4-Milliarden-Einwohner-Land bislang weniger geimpft. Nur 40 Prozent der Menschen über 80 Jahren haben eine Booster-Spritze bekommen.

    Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen ging derweil den dritten Tag in Folge leicht zurück. Wie die Gesundheitskommission berichtete, wurden am Vortag rund 35.800 neue Fälle gemeldet. Am Dienstag waren es rund 37.600 Ansteckungen gewesen. Erst kürzlich hatten die Zahlen mit mehr als 40.000 Neuinfektionen pro Tag einen Höchststand seit Beginn der Pandemie vor knapp drei Jahren erreicht.

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