Brasilien ruft wegen Bränden in weltgrösstem Sumpfgebiet Notstand aus

    Keystone-SDA
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    Brasilien,

    Im weltgrössten Sumpfgebiet, im Pantanal, wurden in diesem Jahr bisher 14'489 Brandherde registriert. Die brasilianische Regierung erklärte nun den Notstand.

    Brazil Wetlands Fire
    Die Überreste eines Alligators in einem abgebrannten Gebiet im Pantanal bei Pocone. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zwischen Januar und Sonntag wurden im Pantanal 14'489 Brandherde registriert.
    • Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es 4699 Ausbrüche.
    • Brasiliens Regierung erklärte für den Bundesstaat Mato Grosso do Sul den Notstand.

    Die brasilianische Regierung hat wegen der schlimmen Brände im Pantanal, dem weltgrössten Feuchtgebiet, den Notstand für den Bundesstaat Mato Grosso do Sul erklärt. Dies geht aus einem Ministerialerlass hervor, der in einer Extra-Ausgabe des Amtsblatts am Montag veröffentlicht wurde.

    Nach verschiedenen Medienberichten kann die Landesregierung durch den Erlass Bundesmittel unter anderem für Hilfsaktionen und Brandbekämpfung bekommen. Über die Höhe und den Zeitpunkt der Auszahlung wurde zunächst nichts bekannt. Mitarbeiter der Umweltbehörden, Soldaten und lokale Feuerwehrleute kämpfen vor Ort bereits gegen die Flammen.

    Waldbrände in Brasilien
    Alligatoren und ein Reiher stehen am Ufer des Flusses Bento Gomes im Pantanal-Feuchtgebiet. Nach Angaben eines staatlichen Instituts hat sich die Zahl der Waldbrände in den grössten tropischen Feuchtgebieten der Welt in der ersten Hälfte des Jahres 2020 mehr als verdoppelt. - dpa

    Zwischen Januar und Sonntag wurden 14'489 Brandherde registriert, im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es 4699 Ausbrüche. Das Feuer hat in diesem Jahr bereits zehn Prozent des Pantanal zerstört. Medien in Brasilien vergleichen die Fläche mit der Grösse Israels. Sie berichten fast täglich über noch Hunderte von Kilometern entfernte Rauchwolken, die Arbeit der Freiwilligen und den Versuch, seltene Tiere zu retten. So sind etwa die Jaguare im Park Encontro das Aguas gefährdet.

    Sehr trockener Boden im Pantanal

    Der Boden im Pantanal ist so trocken, dass schon ein Funke genügt. Das Abfackeln ist für Kleinbauern die einfachste und billigste Methode, um die Äcker zu reinigen und für eine neue Aussaat vorzubereiten. Manchmal geraten die Brände ausser Kontrolle. Wie das Amazonas-Gebiet wird auch das Pantanal durch Landnahme für Rinderweiden und Soja-Anbau bedroht.

    Das Pantanal erstreckt sich von dem Bundesstaat Mato Grosso do Sul auch auf den Mato Grosso und die Nachbarländer Bolivien und Paraguay. Es besteht aus einem verzweigten System von Flüssen und Seen und ist ein einzigartiges Natur- und Touristenparadies: In ihm leben ausser Jaguaren etwa auch Pumas und Capybaras, die grössten Nagetiere der Welt. Auch Hunderte Vogelarten - darunter der gefährdete Hyazinth-Ara - und riesige Fischpopulationen sind in dem Gebiet beheimatet.

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