Bali steht mit neuem Tempelverbot in der Kritik

    Samantha Reimer
    Samantha Reimer

    Indonesien,

    Bali führt neue Regeln ein, die besonders Touristinnen betreffen. Während der Menstruation ist ihnen der Zutritt zu Tempeln verwehrt.

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    An einem Tempel in Ubud auf Bali ist ein Zeremonienschirm zu sehen. Der balinesische Hinduismus ist samt Mythen und Ritualen auf der Insel allgegenwärtig. - dpa

    Auf Bali gelten seit Ende März neue Bestimmungen für Reisende. Diese sollen Kultur und Natur der Insel schützen.

    Eine Regelung sorgt besonders bei weiblichen Touristen für Ärger, denn sie betrifft den Zutritt zu Tempeln. Balis Gouverneur I Wayan Koster verkündete die neuen Regeln, wie «Euronews» berichtet.

    Die Massnahmen reagieren auf «zunehmende Sorgen über nicht angebrachtes Verhalten mancher Besucher», so die offizielle Webseite Lovebali. Ziel ist, Balis Tourismusbranche mit lokalen Gesetzen in Einklang zu bringen.

    Kultureller Respekt oder Frauenverachtung?

    Die neuen Vorgaben verlangen von Touristen respektvolles Verhalten. Dazu gehören angemessene Kleidung und die Zahlung einer Touristenabgabe.

    Eine Regelung besagt, dass Frauen während der Menstruation keine heiligen Stätten betreten dürfen, da Menstruationsblut als «unrein» gilt. Diese Regel existiert schon länger und sorgt in sozialen Medien für Diskussionen.

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    Menschen nehmen am Eid al-Fitr-Gebet in Denpasar, Bali, Indonesien teil. (Symbolbild) - keystone

    Eine Nutzerin bezeichnete die Regel unter dem Post einer Bali-Influencerin als «frauenverachtenden Bullshit». Andere betonten, es sei eine Frage des kulturellen Respekts.

    Diskussionen in sozialen Medien

    Auf Reddit entbrannte laut «Frankfurter Rundschau» eine lebhafte Diskussion über das Verbot. Eine Nutzerin fragte, wie streng kontrolliert werde, ob Frauen während der Periode Tempel betreten.

    Ein anderer Nutzer antwortete: «Sie fragen nicht und kontrollieren es auch nicht», fügte jedoch hinzu: «Aber bitte tu es nicht».

    Einige argumentieren, dass die Regeln veraltet seien, da sie aus einer Zeit stammen, in der es keine Tampons gab. Dennoch solle man als Besucher den Glauben der Einheimischen respektieren, so die allgemeine Ansicht.

    Traditionelle Kleidung als Pflicht

    Die neuen Vorschriften beinhalten weitere Regeln für den Besuch von Tempeln. Heilige Stätten dürfen nur zur Andacht und in traditionell balinesischer Kleidung betreten werden.

    Dazu gehören Sarongs und Schals, die sowohl Männer als auch Frauen tragen müssen, so ein Experte der Bali Sun. Das Tempelverbot während der Regel gilt aber nicht nur für Touristinnen.

    Kannst du die Beweggründe von Bali nachvollziehen?

    Auch einheimische Frauen dürfen die Tempel während ihrer Menstruation nicht betreten. Ebenso dürfen Personen mit blutenden Wunden die Tempel nicht betreten, um deren «Reinheit» zu bewahren.

    Appell des Gouverneurs

    Gouverneur Koster betonte die Bedeutung des Respekts. Die neuen Verhaltensregeln sind Teil einer Initiative, die die Unversehrtheit der Menschen und ihrer Kultur auf Bali bewahren soll.

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    Kommentare

    User #1379 (nicht angemeldet)

    Der Tempel auf den oberen Foto sieht hinduistisch aus, das untere Foto zeigt m.E. Teilnehmerinnen einer islamischen Verstaltung. Von "Tempel" kann man wohl nur im ersten Fall sprechen. Die Menstruation ist in vielen Kulturen mit Tabus verbunden, z. B. auch bei den Indianern. Es gab schon in den 80ern Diskussionen, als man in Europa den Schamanismus entdeckte, amerikanische Indianer für Workshops einflog und dann nicht begreifen konnte, warum die keine menstruierenden Frauen bei einem Ritual dabeihaben wollten. Ich habe das mit Rolling Thunder so erlebt. Da waren ein paar Frauen auf den Barrikaden, wie man sagt. Ich selber hatte gerade keine Mens und hatte auch kein Problem mit seiner Tradition.

    User #5565 (nicht angemeldet)

    In diese Tempel würde ich nicht für viel Geld hineingehen.

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