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    Australien setzt Internet-Riesen zur Vergütung von Medien unter Druck

    Keystone-SDA
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    Australien,

    Australiens Regierung kündigt eine Abgabe für Internet-Konzerne an, die journalistische Inhalte verbreiten.

    Auf dem Bildschirm eines Smartphones sind die Icons von Instagram, Facebook und WhatsApp zu sehen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Auf dem Bildschirm eines Smartphones sind die Icons von Instagram, Facebook und WhatsApp zu sehen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa - dpa-infocom GmbH

    Grosse Internet-Konzerne sollen in Australien künftig eine Abgabe an Medienhäuser zahlen, wenn journalistische Inhalte auf ihren Plattformen verbreitet werden. Die Regelung solle für digitale Plattformen mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 250 Millionen australischen Dollar (rund 142 Millionen Franken) gelten und am 1. Januar 2025 in Kraft treten, kündigte die Regierung in Canberra an.

    Sie würde demnach Unternehmen wie den Facebook-Konzern Meta, Google-Konzernmutter Alphabet oder den ByteDance-Konzern betreffen, zu dem die Social-Media-App Tiktok gehört, wie australische Medien berichteten.

    «Digitale Plattformen erhalten enorme finanzielle Vorteile von Australien. Sie haben eine soziale und wirtschaftliche Verantwortung, dazu beizutragen, dass die Australier Zugang zu Qualitätsjournalismus haben», sagte der stellvertretende Finanzminister Stephen Jones.

    Die Regierung will mit dem Vorstoss Internet-Konzerne dazu bewegen, selbst finanzielle Vereinbarungen mit den australischen Medien zu treffen. Auf diese Weise könnten die Tech-Riesen die Abgabe vermeiden. Wie hoch diese sein könnte, sagte die Regierung nicht.

    Hintergrund der geplanten Neuregelung

    Hintergrund ist, dass Meta im März angekündigt hatte, millionenschwere Verträge mit mehreren grossen Nachrichtenunternehmen in Australien nicht verlängern zu wollen. Der US-Internetriese hatte sich Anfang 2021 unter anderem mit der australischen ABC, News Corp, dem australischen «Guardian» und Nine Entertainment auf Zahlungen für journalistische Inhalte geeinigt.

    Die Deals kamen damals wenige Wochen nach der Verabschiedung eines umstrittenen Mediengesetzes in Australien zustande. Mit dem Gesetz wurden Google und Facebook dazu gezwungen, örtliche Medienunternehmen zu bezahlen, um deren Inhalte zu verbreiten.

    Werbeeinnahmen sollten auf diese Weise gerechter verteilt werden. In Deutschland haben in den vergangenen Jahren Internet-Konzerne immer wieder individuell mit einzelnen Medienhäusern Vereinbarungen zur Vergütung von journalistischen Inhalten getroffen, die auf den Plattformen vorkommen.

    Kritik an der neuen Regelung

    In einer von australischen Medien zitierten Stellungnahme kritisierte Meta, dass mit der neuen Regelung eine Branche zur Subventionierung einer anderen herangezogen werden solle.

    «Der Vorschlag berücksichtigt nicht die Realitäten der Funktionsweise unserer Plattformen». Die meisten Menschen besuchten diese nicht wegen deren Nachrichteninhalten, so Meta.

    Medienhäuser hätten sich freiwillig entschieden, Inhalte auf den Plattformen zu veröffentlichen. Australische Medien hingegen begrüssten die geplante Neuregelung. Australien hatte zuletzt weltweit mit einem Gesetz für Aufsehen gesorgt, das Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Medien verbieten soll.

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