Australien: Ex-Bischof wegen Sexualstraftaten hinter Gitter
Der frühere australische Bischof Christopher Saunders, einst einer der ranghöchsten katholischen Geistlichen des Landes, ist wegen sexueller Übergriffe auf zwei junge indigene Männer zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Ein Gericht im Bundesstaat Western Australia verhängte die Strafe gegen den 76-Jährigen laut australischen Medien am heutigen Mittwoch. Saunders könne frühestens 2031 auf Bewährung freikommen.
Die Vorwürfe gegen Saunders waren über Jahre Gegenstand von Ermittlungen. Sowohl die australische Polizei als auch der Vatikan untersuchten sie. Im August sprach ein australisches Gericht Saunders unter anderem wegen eines Falles von sexueller Penetration ohne Einwilligung und mehreren Fällen von unanständiger Körperverletzung für schuldig. Seither befindet er sich laut Berichten in Haft. Während der Strafmassverkündung habe er keine Reaktion gezeigt.
Die Taten, für die Saunders verurteilte wurde, ereigneten sich den Berichten zufolge zwischen 2010 und 2019, als er Bischof von Broome war – eine abgelegene Diözese im Nordwesten Australiens. Von weiteren Vorwürfen habe das Gericht ihn freigesprochen. Gegen das Urteil kann laut australischen Medien noch Berufung eingelegt werden.
Nach seiner Priesterweihe war Saunders seit den 1970er-Jahren zunächst in Missionsstationen in Outback-Regionen tätig. In den 1990er-Jahren wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Broome ernannt. Im Zuge der Missbrauchsvorwürfe liess Saunders sein Amt 2020 ruhen. Im August 2021 nahm Papst Franziskus sein Rücktrittsgesuch an. Die Anschuldigungen wies der Geistliche stets zurück.
Vor Gericht wurde den Berichten zufolge dargelegt, dass der Bischof systematisch das Vertrauen seiner Opfer gewonnen habe. So habe er regelmässig junge indigene Männer und Jugendlich in ein Strandhaus oder eine Residenz der katholischen Kirche eingeladen und sie mit Alkohol und Zigaretten versorgt, ihnen auch Geld und Mobiltelefone geschenkt. Die Übergriffe auf die beiden jungen Männer ereigneten sich den Berichten zufolge, als diese stark alkoholisiert waren.
In einer Erklärung entschuldigte sich Erzbischof Timothy Costelloe, der Vorsitzende der Australischen Katholischen Bischofskonferenz (ACBC), für «den Schmerz und das Leid, das den Opfern zugefügt wurde». Ihr Vertrauen sei durch einen führenden Geistlichen «unmittelbar und zutiefst» missbraucht worden.










