Im Flüchtlingslager Al-Hol ist es zu mehreren Morden gekommen. Jetzt haben kurdische Streitkräfte 42 Verdächtige festgenommen.
Al-Hol Syrien
Das Flüchtlingslager Al-Hol in Nordsyrien. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei den Festgenommenen handle es sich um «Verbrecher» des Islamischen Staates.
  • Das schrieb der Kommandeur der Syrischen Demokratischen Kräfte auf Twitter.
  • Gemäss UN wurden in Al-Hol dieses Jahr schon zwölf Menschen ermordet.

Kurdische Streitkräfte haben nach mehreren Morden im Flüchtlingslager Al-Hol in Syrien 42 Verdächtige festgenommen. Das teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit. Die Festgenommenen seien «Verbrecher» des Islamischen Staates, schrieb der Kommandeur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, auf Twitter.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit Anfang des Jahres bereits zwölf Menschen in dem Lager ermordet. Warum sie getötet wurden, ist bislang unklar. Auch ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen war vor einem Monat unter ungeklärten Umständen dort getötet worden.

Al-Hol liegt in Ostsyrien in einer Region, die von syrischen Kurden kontrolliert wird. Es ist nach UN-Angaben mit mehr als 60'000 Menschen das grösste Flüchtlingslager in dem Bürgerkriegsland. Mehr als 80 Prozent der Bewohner sind Frauen und Kinder. Auch Tausende Anhänger oder ehemalige Anhänger der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) leben dort, darunter auch deutsche Staatsangehörige. Hilfsorganisationen beklagen menschenunwürdige Zustände in dem völlig überfüllten Lager.

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