Warum Forscher Echsen in den Windkanal setzen
Mit einem kuriosen Experiment haben Forscher herausgefunden, dass auch destruktive Ereignisse wie Hurrikans die natürliche Selektion antreiben können.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach den Karibikstürmen Irma und Maria haben sich Echsen-Populationen stark verändert.
- Um diesem Spektakel auf den Grund zugehen, steckten Forscher die Tiere in einen Windkanal.
- Veröffentlichte Aufnahmen zeigen ihre interessanten Beobachtungen.
Alles begann mit den verheerenden Karibikstürmen Irma und Maria. Damals verursachten die beiden Hurrikanes folgenschwere Schäden für Mensch, Natur und letztlich auch für Tiere. Denn bereits wenige Wochen nach diesen schrecklichen Ereignissen hat der Forscher Colin Donihue festgestellt, dass sich die Populationen der dort ansässigen Echsen sichtbar verändert hatten.
Im Vergleich zu vorher hatten auf einmal deutlich mehr Echsen besonders grosse Zehenpolster, lange Vorderbeine sowie kurze Hinterbeine. Damit hatte sich die durchschnittliche Grösse dieser Körperteile signifikant verändert.
Naturkatastrophen bringen Veränderungen
Um herauszufinden, was genau dahinter steckt, startete Donihue ein durchaus kurioses Experiment. Er steckte zusammen mit seinem Forschungsteam mehrere dieser Reptilien in einen Windkanal und stellte fest: Je grösser die Zehenpolster und je länger die Vorderbeine, desto besser können sich die Tiere unter stürmischen Bedingungen festklammern.
Im Fachblatt «nature – International journal of science» kommten die Forscher letztlich zum Entschluss, dass Hurrikans phänotypische Veränderungen in einer Population herbeiführen können – und dass dabei aller Wahrscheinlichkeit nach die natürliche Selektion am Werk ist.










