US-Aussenminister Blinken verteidigt Strafverfolgung gegen Assange

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Australien,

    An einer Pressekonferenz in Brisbane verteidigt der US-Aussenminister Antony Blinken die Strafverfolgung gegen Assange. Australien fordert ein Ende derer.

    Antony Blinken
    US-Aussenminister Antony Blinken (r) und seine australische Amtskollegin Penny Wong bei einer Pressekonferenz. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der US-Aussenminister Blinken verteidigt die Strafverfolgung gegen Assange.
    • Australien setzt sich für Ende der Strafverfolgung ein.
    • Assange drohen bis zu 175 Jahre Haft, unter anderem wegen Spionagevorwürfen.

    US-Aussenminister Antony Blinken hat die anhaltenden Bemühungen seines Landes um Strafverfolgung von Wikileaks-Gründer Julian Assange verteidigt. Bei einer Pressekonferenz mit seiner australischen Amtskollegin Penny Wong am Samstag in Brisbane warb Blinken um Verständnis für den Standpunkt Washingtons. «Die Taten, die ihm vorgeworfen werden, haben unsere nationale Sicherheit dem Risiko ernsthaften Schadens ausgesetzt – zum Vorteil unserer Gegner. Und menschliche Informationsquellen in grosse Gefahr gebracht», sagte Blinken.

    Die USA versuchen seit Jahren in einem juristischen Tauziehen die Auslieferung des gebürtigen Australiers aus Grossbritannien zu erreichen. Die rechtlichen Möglichkeiten für Assange, sich dagegen zu wehren, sind nun aber weitgehend erschöpft.

    Keine Einmischung von Australien möglich

    Wong machte deutlich, dass sich Canberra für ein Ende der Strafverfolgung einsetzt. Gleichzeitig betonte sie, dass sich die australische Regierung nicht in laufende juristische Verfahren in Grossbritannien einmischen kann.

    assange
    Assange-Unterstützer mit Protest-Plakat - AFP/Archiv

    Die US-Justiz will Assange wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft. Dem 52-Jährigen wird vorgeworfen, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen, veröffentlicht und damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht zu haben. Unterstützer sehen in Assange einen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht brachte.

    Assange sitzt in Hochsicherheitsgefängnis

    Seit seiner Festnahme 2019 sitzt Assange im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in London. Zuvor hatte er bereits mehrere Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London verbracht, um einer Festnahme zu entgehen.

    Zuletzt scheiterte er mit einem Antrag auf Berufung gegen seine Auslieferung vor dem Londoner High Court. Diese Entscheidung soll nun nochmals überprüft werden. Sollte er erneut scheitern, bliebe nur noch der Gang vor den Europäischen Gerichtshof.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Julian Assange
    12 Interaktionen
    Wikileaks-Chef
    8 Interaktionen
    Spionagevorwurf
    5 Interaktionen
    Für Julian Assange

    MEHR IN NEWS

    weidel
    41 Interaktionen
    Abstiegssorgen
    Lausanne
    Vilters SG
    Vilters SG
    René Benko
    2 Interaktionen
    Innsbruck

    MEHR AUS AUSTRALIEN

    10 Interaktionen
    Sydney
    6 Interaktionen
    Perth
    Aborigines
    6 Interaktionen
    Sydney
    a
    17 Interaktionen
    Olympia 2032