Trump warnt Selenskyj vor Rückzug von Rohstoff-Abkommen

    Juli Rutsch
    Juli Rutsch

    USA,

    Der ukrainische Präsident Selenskyj lehnt einen US-Vorschlag für ein Rohstoff-Abkommen ab. Trump droht mit «grossen Problemen» für die Ukraine.

    ukraine von der leyen
    Trump fordert Selenskyj dazu auf, den Rohstoff-Deal zu unterzeichnen. (Archivbild) - keystone

    Die Verhandlungen um ein Rohstoff-Abkommen zwischen den USA und der Ukraine stehen unter massivem Druck. US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor einem Rückzieher bei dem geplanten Abkommen gewarnt.

    «Ich sehe, dass er versucht, aus dem Abkommen über Seltene Erden auszusteigen», sagte Trump. Sollte dies geschehen, werde die Ukraine «grosse, grosse Probleme» bekommen, so Trump wörtlich am Sonntag auf der Air Force One.

    «ZDF» berichtet, dass das Abkommen als Schritt zur Beendigung des Ukraine-Kriegs gedacht war.

    Ukraine soll alle US-Hilfen zurückzahlen

    Selenskyj hingegen zeigte sich skeptisch gegenüber einem neuen Vorschlag der USA. Dieser beinhalte laut ihm «viele Dinge, die nicht diskutiert worden waren», und überschreite «rote Linien der Ukraine».

    Donald Trump Selenskyj
    Donald Trump scheint im Ukraine-Krieg nun plötzlich wieder mehr hinter dem Verteidigerland zu stehen. - dpa

    Der Präsident kündigte an, den Vorschlag rechtlich prüfen zu lassen. Die Zeitung «Ukrajinska Prawda» bezeichnete den Entwurf als inakzeptabel: Er gefährde Teile der ukrainischen Souveränität und verlange eine Rückzahlung aller US-Hilfen.

    Mineralien und geopolitische Interessen

    Das Abkommen betrifft vor allem die Ausbeutung von seltenen Erden sowie Öl und Gas in der Ukraine. Diese Rohstoffe sind für Industrienationen strategisch wichtig.

    Sie spielen insbesondere im Kontext der Energiewende und Verteidigungstechnologien eine enorme Rolle. Laut «Tagesschau» sollen die Gewinne in einen gemeinsamen Fonds der USA und Ukraine fliessen.

    Trump betrachtet das Abkommen als eine Art Rückzahlung für die Milliardenhilfen der Vorgängerregierung unter Joe Biden.

    Stimmung ist aufgeladen

    Die Verhandlungen sind seit Wochen angespannt. Ein erster Versuch eines Abkommens scheiterte im Februar nach einem Eklat im Weissen Haus.

    Kannst du nachvollziehen, dass die Ukraine den Rohstoff-Deal derzeit nicht unterzeichnen will?

    Trump hatte Selenskyj öffentlich Respektlosigkeit vorgeworfen, woraufhin die Gespräche abgebrochen wurden. Dennoch drängen beide Seiten auf eine Einigung, da die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Vorteile erheblich wären.

    Trump will sich Geld zurückholen

    Die Ukraine fordert Sicherheitsgarantien von den USA, doch diese wurden bisher nicht in den Vorschlag aufgenommen. Laut «Frankfurter Rundschau» ist dies ein zentraler Knackpunkt der Verhandlungen.

    Zudem befürchtet Kiew, dass das Abkommen die Integration in die Europäische Union behindern könnte. Russische Medien spekulieren über mögliche Konsequenzen für die Ukraine, sollten die Verhandlungen scheitern, darunter eine mögliche UN-Verwaltung des Landes.

    trump Selenskyj
    Antikorruptionsbehörden in der Ukraine haben den ehemaligen Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, der Geldwäsche verdächtigt. - keystone

    Trump hingegen betont die wirtschaftlichen Vorteile für die USA: «Der amerikanische Steuerzahler wird sein Geld zurückbekommen – und obendrauf ein Plus», sagte er laut «Tagesschau». Kritiker werfen ihm jedoch vor, geopolitische Interessen über die Stabilität der Region zu stellen.

    Unsichere Zukunft des Deals

    Die Gespräche sollen kommende Woche fortgesetzt werden. Ob es zu einer Unterzeichnung kommt, bleibt unklar.

    Während Washington auf schnelle Fortschritte drängt, zeigt sich Kiew weiterhin zurückhaltend gegenüber den Bedingungen des Abkommens.

    Kommentare

    User #4571 (nicht angemeldet)

    Trump ist immer noch am Golfen.

    User #1993 (nicht angemeldet)

    Man liest, dass Trump mit seinem Zick-Zack-Kurs alle Karten verspielt hat. Deshalb will nun Russland mehr. Sehr, sehr schlecht verhandeln. Trump macht schlimme Dinge.

    Weiterlesen

    US-Präsident Donald Trump
    39 Interaktionen
    Juristen im Visier
    Selenskyj Donald Trump
    18 Interaktionen
    Revision
    Rohstoffdeal
    394 Interaktionen
    «Inakzeptabel»

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    159 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Hotel Central Interlaken
    1 Interaktionen
    Nahost-Konflikt
    2 Interaktionen
    Berlin

    MEHR AUS USA

    1 Interaktionen
    Austin
    iPhone Duo
    Unterschiede
    11 Interaktionen
    Washington
    Xi Jinping
    12 Interaktionen
    Bei Trump-Besuch