Am Sonntag fand in New York eine alternative Queer-Parade statt. Tausende Menschen nahmen an der Demonstration in der US-Metropole teil.
Queer-Parade
Teilnehmer des Marsches in New York. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Tausende Menschen haben am Sonntag an einer Queer-Parade in New York teilgenommen.
  • Die Demonstration gilt als Alternative zur grossen Pride-Parade.
  • Diese ist vielen Leuten offenbar zu kommerziell geworden.

In New York haben sich am Sonntag tausende Menschen an einer alternativen Queer-Parade beteiligt. Bei extrem hohen Temperaturen zogen die Demonstranten vom Bryant-Park im Stadtteil Manhattan zum berühmten Washington Square Park. Der alternative Queer-Marsch wird seit 2019 von der Bewegung Reclaim Pride Coalition veranstaltet. Aus ihrer Sicht ist die grosse jährliche Pride-Parade in der US-Metropole zu kommerziell geworden.

Kritik an grosser Pride-Parade

Viele der Demonstranten hielten Plakate mit Aufschriften wie «Queer Power» oder «Schwulsein ist gut» in die Höhe. «Ich denke, es gibt viele Menschen, die nicht an der Regenbogen-Färberei und der kommerziellen Aneignung von LGTBQ-Menschen interessiert sind.» Das sagte der 47-jährige Demonstrant David Bishop mit Blick auf die grosse Pride-Parade.

Gay Pride
Die «Gay Pride» in New York musste für dieses Jahr wegen des Coronavirus abgesagt werden. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/AP/WONG MAYE-E

Diese zieht jedes Jahr hunderttausende Menschen an, darunter viele Politiker und Prominente. In diesem Jahr findet die Parade Corona-bedingt aber bereits zum zweiten Mal nur virtuell statt.

Die Reclaim Pride Coalition argumentiert, dass die grosse Pride-Parade sich zu sehr vom Geist der Stonewall-Unruhen von 1969 entfernt habe. Diese gelten als Ursprung der Schwulen- und Lesbenbewegung.

Polizisten von Demo ausgeschlossen

Von einer Teilnahme am alternativen Queer-Marsch ausgeschlossen sind Polizisten. Zu den Stonewall-Unruhen sei es überhaupt erst gekommen, weil die New Yorker Polizei versucht habe, «uns unsere Rechte wegzunehmen.» Das sagte der 28-jährige Demonstrant Roby Medlyn. «Bis sie echte Veränderungen umsetzen, sind sie nicht willkommen.»

New York Polizei
Polizisten in New York. (Symbolbild) - Keystone

Erst kürzlich hatte auch die Nichtregierungsorganisation Heritage of Pride angekündigt: Die Teilnahme uniformierter Polizisten an der jährlichen Pride-Parade ist bis 2025 nicht erlaubt. Polizeiverbände kritisierten das Verbot als diskriminierend.

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