George Floyd

    Sachverständiger: George Floyd starb an Sauerstoffmangel

    AFP
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    USA,

    In den USA hat ein Pulmologe im Gerichtsprozess um den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd ausgesagt und Sauerstoffmangel als Todesursache festgemacht.

    Der Floyd-Prozess wird international verfolgt
    Der Floyd-Prozess wird international verfolgt - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Pulmologe schildert vor Gericht Details zum Tod des Afroamerikaners.
    • Die fehlende Atemluft habe bei Floyd eine Herzrhythmusstörung ausgelöst.
    • Diese brachte sein Herz schliesslich zum Stillstand, so Experte Martin Tobin.

    Der weisse Ex-Polizist Derek Chauvin habe sein Knie fast die ganze Zeit auf Floyds Hals gedrückt, sagte der Experte Martin Tobin am Donnerstag vor den Geschworenen im Gericht in der Stadt Minneapolis. Er wies Aussagen der Verteidigung zurück, wonach medizinische Vorerkrankungen zu Floyds Tod beigetragen haben könnten.

    Der Mangel an Sauerstoff habe Schäden am Gehirn des Afroamerikaners verursacht, sagte Tobin weiter, der sich eine Videoaufnahme vom Tod des 46-Jährigen nach eigener Aussage «hunderte Male» angesehen hat. Die fehlende Atemluft habe bei George Floyd eine Herzrhythmusstörung ausgelöst, die sein Herz schliesslich «zum Stillstand brachte», sagte der Sachverständige.

    Chauvin drückte George Floyd auch nach letztem Atemzug auf die Strasse

    Der Experte erklärte den Geschworenen, an welchen Merkmalen er den Moment erkannte, in dem George Floyd gestorben sei. «Man kann seine Augen sehen, er ist bei Bewusstsein, und dann sieht man, dass er es nicht mehr ist», sagte er. «Das ist der Moment, in dem das Leben aus seinem Körper schwindet.» Auch nach Floyds letztem Atemzug habe Chauvin ihn weiter auf die Strasse gedrückt.

    George Floyd Polizei
    Der Polizist Derek Chauvin drückte minutenlang sein Knie gegen den Hals von George Floyd. - dpa

    Die von der Verteidigung angeführten medizinischen Vorerkrankungen wies Tobin als Todesursache zurück. «Ein gesunder Mensch, der erlebt hätte, was George Floyd erlebt hat, wäre in Folge dessen gestorben», sagte er.

    Chauvins Anwalt spricht von Opioid-Überdosis

    Chauvins Anwalt Eric Nelson argumentiert, Floyd sei an den Folgen einer Opioid-Überdosis gestorben. Demnach hatte er vor dem Eintreffen der Polizei zwei Pillen geschluckt. Floyds frühere Freundin hat in dem Prozess ausgesagt, in der Vergangenheit zusammen mit Floyd Drogen gekauft zu haben.

    Chauvin ist vor dem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota wegen Mordes und Totschlags angeklagt. Dem 44-Jährigen drohen bis zu 40 Jahre Haft, falls er für den am schwersten wiegenden Vorwurf, «Mord zweiten Grades», verurteilt wird.

    George Floyd Polizei
    Der Tod des Afroamerikaners George Floyd löste in den ganzen USA Proteste aus. - Keystone

    Der Polizist hatte am 25. Mai 2020 dem wegen eines mutmasslich falschen 20-Dollar-Scheins festgenommenen Floyd minutenlang das Knie in den Nacken gedrückt, obwohl dieser mehrfach klagte, er bekomme keine Luft. Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod löste in den USA beispiellose Proteste der Black-Lives-Matter-Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. Chauvin wurde aus dem Polizeidienst entlassen.

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