Mexiko fliegt Migranten zurück nach Haiti

    DPA
    DPA

    Haiti,

    Tausende Menschen - viele von ihnen aus Haiti - harren derzeit im US-mexikanischen Grenzgebiet aus und hoffen auf Asyl. Doch sowohl die USA als auch Mexiko fahren in Sachen Migration einen harten Kurs.

    Migranten, die meisten aus Haiti, überqueren den Rio Grande von Ciudad Acuña, Mexiko, in Richtung Del Rio, Texas. Foto: Felix Marquez/AP/dpa
    Migranten, die meisten aus Haiti, überqueren den Rio Grande von Ciudad Acuña, Mexiko, in Richtung Del Rio, Texas. Foto: Felix Marquez/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach der Abschiebung zahlreicher Haitianer aus den USA hat nun auch Mexiko begonnen, Migranten aus Haiti zurück in ihre Heimat zu schicken.

    Ein erster Flug aus der südöstlichen Stadt Villahermosa brachte am Mittwoch 70 Haitianer, darunter 13 Minderjährige, nach Port-au-Prince, die Hauptstadt des Karibikstaates, wie Mexikos Einwanderungsbehörde mitteilte. Es handle sich um den Beginn freiwilliger «humanitärer Rückführungen» in Absprache mit den haitianischen Behörden. Die Rückkehrer hätten sich in verschiedenen Teilen Zentral- und Südmexikos aufgehalten.

    Bis vor einigen Tagen hatten sich etwa 15.000 Migranten im texanischen Del Rio an der Grenze zu Mexiko unter einer Brücke versammelt. Es waren vor allem Haitianer, von denen viele bereits vor Jahren in die südamerikanische Länder Chile und Brasilien ausgewandert waren. Wegen Diskriminierung und Perspektivlosigkeit dort, aber auch wegen der Hoffnung, unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden einreisen zu dürfen, reisten sie in den Norden.

    Ein aggressives Zurücktreiben der Migranten durch US-Grenzschützer auf Pferden am Grenzfluss Rio Grande sorgte international für Empörung. Inzwischen räumten die US-Behörden das provisorische Lager unter der Brücke und schoben mehr als 4000 der Haitianer ab - ohne sie Asyl beantragen zu lassen. Weitere Tausende Haitianer kehrten nach Mexiko zurück, um nicht abgeschoben zu werden. Im Süden Mexikos stecken zudem Zehntausende Migranten - darunter viele Haitianer - fest, weil mexikanische Soldaten sie daran hindern, ihren Weg in Richtung USA fortzusetzen. Einige beantragten in Mexiko Asyl.

    In Haiti herrschen bittere Armut, Bandengewalt und politisches Chaos. Anfang Juli wurde Staatspräsident Jovenel Moïse in seiner Residenz erschossen, Mitte August kamen bei einem Erdbeben mehr als 2200 Menschen ums Leben.

    Kommentare

    Weiterlesen

    gg
    86 Interaktionen
    Welt-Neuheit
    KI
    313 Interaktionen
    Gefahr

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    308 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Docmorris
    Köln/Heerlen/Steckborn
    Frauenfeld

    MEHR AUS HAITI

    Präsidentenmord
    3 Interaktionen
    Port-au-Prince
    Haiti
    2 Interaktionen
    Medienberichte
    Haiti
    1 Interaktionen
    In Haiti