Leichen von Kartell in Mexiko auf Brücke geknüpft

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    Mexiko,

    Im Morgengrauen bietet sich den Bewohnern von Uruapan ein schauriger Anblick: Leichen hängen von einer Brücke – die Folgen eines Kriegs zweier Drogenbanden.

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    Zwei mexikanische Polizisten. In der Stadt Uruapan hing ein Kartell die Leichen von sechs Menschen an einer Brücke auf. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Donnerstagmorgen lagen in einer mexikanischen Stadt Leichenteile.
    • Zudem wurden die Leichen von sechs Toten an eine Brücke gehängt.
    • Es handelt sich offenbar um Opfer eines Krieges zwischen zwei Drogenbanden.

    Ein Drogenkartell hat in Mexiko seine Brutalität in aller Öffentlichkeit zur Schau gestellt: Die Überreste von 19 Menschen wurden an einer Hauptstrasse der Stadt Uruapan entdeckt. Sechs Leichen baumelten an Stricken von einer Brücke. Daneben hing eine grosse, bedruckte Plastikplane, auf der eine Warnung stand.

    An zwei anderen Abschnitten der Strasse lagen Leichenteile, manche davon in Plastiktüten, wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Michoacán mitteilte. Örtlichen Medienberichten zufolge machten Anwohner die schaurigen Funde am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit).

    Manche der Toten wiesen nach Angaben des Generalstaatsanwalts von Michoacán, Adrián López, Schusswunden auf. Unter den 19 Leichen seien die von drei Frauen, sagte er bei einer Pressekonferenz. Die Identitäten der Toten wurden zunächst nicht bekannt.

    Plakat zwischen zwei Leichen

    Das Plakat hing zwischen zwei Leichen, deren Genitalien unbedeckt waren, wie auf einem Foto in örtlichen Medien zu sehen war. In dem Text hiess es, wer Angehörigen der rivalisierenden Bande Los Viagras helfe, werde so enden wie die Getöteten. Unterschrieben war er mit dem Namen des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG).

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    Ein Mann und ein Kind stehen in der mexikanischen Stadt Uruapan, wo am Donnerstag 19 Leichen gefunden wurden. - Keystone

    Generalstaatsanwalt López sprach von einem Konflikt um die Kontrolle über den Drogenhandel in der Gegend. Teile Mexikos werden von mächtigen Drogenkartellen wie dem CJNG kontrolliert, die sich bisweilen blutige Machtkämpfe miteinander liefern.

    In Uruapan hatte im September 2006 das Kartell La Familia Michoacana fünf blutverschmierte Köpfe auf die Tanzfläche einer Bar geworfen.

    Machtdemonstrationen der Gangs keine Seltenheit

    Kurz darauf wurde Felipe Calderón Präsident von Mexiko. Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt schickte er Tausende Soldaten und Bundespolizisten in die Schlacht gegen die Narcos.

    Die Gewalt eskalierte, bis 2011 verdoppelte sich die Zahl der Morde auf rund 22'000 pro Jahr. Machtdemonstrationen der Gangs durch das Zurschaustellen ihrer zahlreichen Todesopfer – wie nun erneut in Uruapan – waren keine Seltenheit mehr.

    Nachdem sich die Lage zwischenzeitlich etwas entspannte, ist sie inzwischen unübersichtlicher denn je. Längst verdienen die Kartelle ihr Geld nicht mehr nur mit Drogenschmuggel, sondern sind auch in Erpressung, Benzindiebstahl und Menschenhandel verwickelt. Immer mehr kleine Banden mischen in dem blutigen Geschäft mit.

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