Epstein zahlte jungen Frauen Studiengebühren an Eliteschulen
Epsteins Akten zeigen Verbindungen zu Schweizer Bildungsinstitutionen. Mindestens neun Frauen erhielten finanzielle Unterstützung für ihre Ausbildung.

Das Wichtigste in Kürze
- Epstein übernahm für junge Frauen offenbar Ausbildungskosten.
- Seine Zahlungen reichten bis an Schweizer Eliteschulen.
- Mindestens neun junge Frauen aus der Schweiz sollen Geld erhalten haben.
Die veröffentlichten Epstein-Akten zeigen, dass Jeffrey Epstein die Ausbildung zahlreicher junger Frauen finanzierte. Seine finanziellen Verbindungen reichten dabei bis in die Schweiz.
Eine SRF-Auswertung von Millionen Dokumenten liefert neue Hinweise. Die Übernahme von Studiengebühren und Lebenshaltungskosten könnte Teil eines weitreichenden Systems gewesen sein.
Finanzielle Unterstützung mit möglichen Folgen
Epstein übernahm nicht nur Ausbildungskosten, sondern teilweise auch Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung und weitere persönliche Bedürfnisse. Was zunächst wie grosszügige Unterstützung wirkte, konnte die betroffenen Frauen in eine Abhängigkeit bringen.
Aussagen von Betroffenen und E-Mail-Verläufe deuten darauf hin, dass finanzielle Leistungen teilweise an Erwartungen geknüpft waren. Wurde diesen nicht entsprochen, drohte offenbar der Verlust der Unterstützung.
Auch Schweizer Bildungsinstitutionen betroffen
Die Recherchen führen unter anderem nach Genf, Montreux und Lugano. In den ausgewerteten Unterlagen gibt es Hinweise auf mindestens neun Frauen, die ihre Ausbildung an Schweizer Schulen absolvierten.
Die Kosten für Tanz-, Musik- oder Hotelfachschulen wurden dabei mit Geld von Epstein finanziert. Teilweise wurden die Überweisungen über Firmen abgewickelt, wodurch seine Beteiligung nicht unmittelbar erkennbar war.
Ein dokumentierter Fall betrifft eine Musikerin aus dem Baltikum. Epstein unterstützte sie zunächst bei ihrer Ausbildung in New York und übernahm später auch Kosten für einen Studienaufenthalt in Lugano.
Die Gebühr für diesen Kurs betrug 4200 Franken. Aus den Akten geht zudem hervor, dass er weitere persönliche Ausgaben der Frau bezahlte. Sie bezeichnet sich heute als Opfer seiner Übergriffe.
Ob es im Zusammenhang mit den Schweizer Ausbildungsstätten zu sexuellen Übergriffen kam, lässt sich anhand der veröffentlichten Dokumente nicht belegen.
Ein internationales Netzwerk
Die Untersuchung von SRF Data weist darauf hin, dass Epstein weltweit Ausbildungskosten für zahlreiche junge Frauen übernahm.
Die Spuren führen zu unterschiedlichen Einrichtungen – von renommierten Universitäten bis hin zu spezialisierten Schulen.
Aufgrund geschwärzter Unterlagen und unvollständiger Informationen dürfte das tatsächliche Ausmass schwer zu bestimmen sein.
Die Finanzierung von Ausbildungen könnte Epstein dazu gedient haben, Kontakte aufzubauen und junge Frauen an sich zu binden.












