CS wegen mutmasslicher Nazi-Konten vor US-Ausschuss

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    USA,

    US-Senator Chuck Grassley präsentierte Hinweise auf 890 mögliche Nazi-Konten bei der Credit Suisse und löste damit erneute Untersuchungen aus.

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    US-Senator Chuck Grassley meldete Hinweise auf 890 mögliche Nazi-Konten bei der Credit Suisse. - keystone

    Der republikanische Senator Chuck Grassley präsentierte am Dienstag bei einer Anhörung in Washington brisante Erkenntnisse. Eine laufende Untersuchung habe Hinweise auf 890 Konten mit potenziellen Nazi-Verbindungen bei der Credit Suisse ergeben, berichtet die «NZZ».

    Zu den entdeckten Konten gehören solche des deutschen Aussenministeriums aus der Kriegszeit, eines deutschen Waffenherstellers und des Deutschen Roten Kreuzes. Besonders brisant sind Konten des wirtschaftlichen Arms der Schutzstaffel SS, die für zahlreiche Verbrechen verantwortlich war.

    Bist du vom Bericht des US-Ausschusses zur CS überrascht?

    Die Credit Suisse habe in der Vergangenheit wichtige Details vor Ermittlern verborgen, erklärte Grassley laut «Handelsblatt». Die Anhörung trug den Titel «Die Wahrheit enthüllt: Verborgene Fakten über Nazis und Schweizer Banken», schreibt die «NZZ».

    Simon Wiesenthal Center löste Untersuchung aus

    Der Senator warf der Bank vor, ein Gebäude an die argentinische Regierung vermietet zu haben. Von dort seien sogenannte Rattenlinien organisiert worden, über die Nazis nach Südamerika flohen.

    Die jüdische Menschenrechtsorganisation Simon Wiesenthal Center hatte der Credit Suisse 2020 vorgeworfen, Konten für Nazis geführt zu haben. Auf diesen Konten lagen wahrscheinlich Vermögenswerte, die ursprünglich Holocaust-Opfern gehörten, berichtet die «NZZ».

    Die Bank beauftragte daraufhin die Forensikfirma AlixPartners mit Nachforschungen. Anschliessend engagierte sie Neil Barofsky als unabhängigen Ombudsmann für die Überprüfung ihrer Vergangenheit.

    UBS betont Aufklärungswillen von Nazi-Konten

    Robert Karofsky, Präsident von UBS Americas, betonte den Aufklärungswillen der Bank bei der Anhörung.

    UBS
    Für die mehrjährige Untersuchung hat die UBS Hunderte Millionen aufgewendet. - keystone

    Die UBS habe Hunderte Millionen in die mehrjährige Untersuchung gesteckt. An dieser würden derzeit rund 85 Personen arbeiten, wie das «Handelsblatt» schreibt.

    Karofsky verwies auf einen Vergleich aus 1999, bei dem UBS und Credit Suisse 1,25 Milliarden Dollar an Holocaust-Überlebende zahlten. Mit dieser Zahlung seien alle finanziellen Ansprüche abgegolten worden, betonte der UBS-Manager.

    Abschlussbericht für Ende 2026 erwartet

    Die Untersuchung soll laut Mitarbeitern des Justizausschusses bis zum Frühsommer abgeschlossen sein. Der Abschlussbericht wird für Ende 2026 erwartet, meldet die «NZZ».

    Barofsky wollte keine genaue Zahl zu den betroffenen Vermögenswerten nennen. Ein Zwischenstand summiere sich nach heutigem Wert auf rund 30 Millionen Franken, berichtet das «Handelsblatt».

    Peter V. Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Bern, sieht komplexe Herausforderungen. Wenn ein Thema vor dem US-Senat verhandelt werde, sei politischer Druck auf die Aufsichtsbehörde absehbar, erklärt er gegenüber dem «SRF».

    Kommentare

    User #868 (nicht angemeldet)

    Rehabilitierung? : Bekommt der kritische Künstler Ai Weiwei nun sein CS/UBS-Konto für seine Stiftung zurück? Mit einer Entschuldigung? Das wäre natürlich angemessen. Denn die Kritik, die er an der Bank geübt hat, ich verstehe das, ein heikler Punkt, war doch nicht ganz unberechtigt, oder? Und es war ohnehin seltsam, dass man so empört auf einen Künstler reagierte, der für seine provokante Kritik bekannt ist. Aber jemanden wegen der Form zu verurteilen, um sich einer berechtigten Kritik zu entziehen, ist natürlich ziemlich scheinheilig.

    User #9410 (nicht angemeldet)

    Nein, es war nicht das abrackern meiner Grosseltern, noch eurer, es waren genau diese Dinge welche die Schweiz reich gemacht hat.

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