Biden vergisst Mikrofon und wettert über Netanjahu

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    USA,

    Während Biden über Netanjahu wettert, läuft das Mikrofon weiter. Der US-Präsident will dem Israeli wegen Hilfslieferungen die Leviten lesen.

    Joe Biden
    Joe Biden umarmt Benjamin Netanjahu bei einem Besuch kurz nach der Hamas-Attacke. Seither scheint sich das Verhältnis leicht abgekühlt zu haben. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Joe Biden will mit Netanjahu Klartext sprechen und ihm die Leviten lesen.
    • Dies zeichnet ein noch laufendes Mikrofon nach einer Rede des US-Präsidenten auf.
    • Er fordert mehr Hilfslieferungen für den Gazastreifen.

    Im Krieg Israels gegen die Hamas im Gazastreifen stellte sich Joe Biden von Beginn an hinter Benjamin Netanjahu. Bei seinen Wählern kommt dies nicht sonderlich gut an, sie fordern mehr humanitäre Hilfe für die Palästinenser. In seiner Rede zur Nation vor dem Kongress rief der US-Präsident Netanjahu dann auch dazu auf. Nach der Rede wurde er noch deutlicher.

    Im Anschluss an die Ansprache unterhielt sich Biden im Kongress mit einem Abgeordneten. Er meinte: «Ich habe Netanjahu gesagt, und wiederholen sie das nicht: ‹Du und ich werden ein Come-to-Jesus-Meeting haben›.» Er will also mit dem israelischen Ministerpräsidenten Klartext reden und ihm die Leviten lesen.

    Das Brisante: Das Mikrofon lief weiter und übertrug alles. Als Biden das herausfand, sagte er bloss: «Das ist gut.»

    Weniger später nahm er den Vorfall mit Humor. Von Fox News darauf angesprochen, dass er Netanjahu die Leviten lesen wolle, antwortete er: «Das habe ich in der Rede nicht gesagt. Belauscht Ihr mich etwa?»

    Befürworten Sie die Lieferungen von Hilfsgütern nach Gaza?

    Gegenüber ABC bestätigt seine Vizepräsidentin Kamala Harris, dass Biden meine, was er gesagt habe. «Einige von uns sind in Gemeinschaften aufgewachsen, wo in denen solche Gespräche auf Ernsthaftigkeit und Offenheit beruhen.»

    Aufgrund der humanitären Katastrophe im Gazastreifen fordert Biden mehr Hilfslieferungen. Dabei will er aber nicht von Israel abhängig sein: Er hat den Bau eines temporären Hafens für Hilfsgüter an der Küste des Gazastreifens angekündigt.

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