Schweizer Sommer: Aus diesen Ländern fehlen die Gäste
Der Schweizer Tourismus rechnet mit einer soliden Sommersaison. Rückgänge aus Asien und den Golfstaaten sorgen jedoch für Unsicherheit.

Die Schweizer Tourismusbranche steuert den entscheidenden Sommermonaten Juli und August mit einer vorsichtigen Zuversicht entgegen.
Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Schweiz Tourismus hervor. Sie wurde sowohl in den inländischen Destinationen als auch bei den eigenen Auslandsniederlassungen durchgeführt.
Nach einem aussergewöhnlich turbulenten Frühjahr deuten die Vorlaufindikatoren nun auf eine robustere Entwicklung hin als zunächst befürchtet.

Doch die Erholung verläuft zweigeteilt: Dem starken Fundament im Westen steht eine anhaltende Flaute in den klassischen Fernmärkten des Ostens gegenüber.
Inland und Westen solid
Dass die Prognosen trotz schwerer internationaler Krisen nicht gänzlich einbrechen, verdankt die Schweiz vor allem ihren treuesten Gästen. Als tragende Säule erweist sich einmal mehr der Heimmarkt selbst.
Bereits im April 2026 verzeichnete die Hotellerie bei den Schweizer Gästen ein kräftiges Wachstum von 5,1 Prozent.
Gleichzeitig gingen die Übernachtungen ausländischer Besucher im April zwar um 5,7 Prozent zurück. Doch für die Hauptsaison im Hochsommer zeichnet sich eine Stabilisierung ab. Das Fundament der Sommersaison bilden die traditionell grössten Märkte: Die Schweiz, Deutschland, die USA, Grossbritannien und Frankreich.
Insbesondere aus den sogenannten DACH-Märkten wird eine Nachfrage erwartet, die sich auf gewohnt hohem Niveau stabilisiert oder sogar leicht wächst.
Auch der transatlantische Markt erweist sich als verlässlich: Die Nachfrage aus den USA bleibt unverändert hoch. Da Kanada leichte Einbussen verzeichnet und Brasilien zulegt, wird für den gesamten amerikanischen Kontinent lediglich ein minimales Minus von rund 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr prognostiziert.
Hier klaffen die Lücken
Ein differenzierter Blick auf Europa offenbart jedoch erste merkliche Risse. Für den europäischen Kontinent insgesamt wird mit einem Nachfolgerückgang von rund 3 Prozent gerechnet.
Für Italien und Frankreich prognostizieren die Experten leichte Rückgänge. Deutlicher fällt das Minus im Vereinigten Königreich und in den nordischen Ländern aus.
Hierbei handelt es sich jedoch um einen statistischen Basiseffekt: Im Vorjahr waren die Logiernächtezahlen aufgrund der in der Schweiz ausgetragenen Frauen-Fussball-Europameisterschaft überdurchschnittlich hoch ausgefallen.

Weitaus schwerwiegender präsentieren sich die krisenbedingten Nachfragerückgänge aus den fernen Märkten. Vor allem Asien leidet spürbar unter den globalen Rahmenbedingungen.
Während aus China für den Sommer immerhin stabile Logiernächtezahlen erwartet werden, bleibt die Nachfrage aus Fernost sowie aus Indien weit unter den üblichen Volumina. Schweiz Tourismus prognostiziert für diese Regionen ein drastisches Minus von rund 18 Prozent.
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«Der Buchungsrückstand für Asien und die Golfstaaten als Ganzes wird für das Jahr 2026 nicht mehr aufzuholen sein. Aber aus einzelnen Märkten wie China oder Saudi-Arabien erwarten wir eine konzentrierte Sommernachfrage ab Juli», erklärt Simon Bosshart, Leiter Märkte Ost und Mitglied der Geschäftsleitung von Schweiz Tourismus.
Langsames Aufatmen in den Golfstaaten
Etwas Hoffnung keimt bei den Gästen aus den Golfstaaten auf, obschon das Gesamtdefizit dort im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich bei rund 30 Prozent liegen wird. Die Situation verbessert sich jedoch schrittweise.
Die Niederlassungen von Schweiz Tourismus in Dubai und Riad berichten von einer deutlichen Erholung der Hotelübernachtungen aus Saudi-Arabien. Auch Reisende aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zieht es wieder vermehrt in die Eidgenossenschaft, wobei die dortige Hauptreisesaison erst noch bevorsteht.
In der Parahotellerie zeigt sich ein leicht anderes Bild, das ein starkes Vorzeichen für den Sommer liefert. TCS Camping liegt beim Buchungsstand 14 Prozent über dem Vorjahr, Reka 9 Prozent und die Schweizer Jugendherbergen rund 4 Prozent.
Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.
Das spricht für die Stärke des Heimmarktes sowie für Gäste, die in unsicheren Zeiten bewusst auf nahe, verlässliche Reiseziele setzen.








