Wie Klans und Kriege das Erbgut der Männer schmälerten

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    USA,

    Der Stammbaum der Menschheit erlitt vor 7000 Jahren einen grossen Knick: Das barbarische Leben liess die genetische Vielfalt der Männer komplett in sich zusammenfallen.

    Resultat eines grossen Köpfe-Einschlagens vor Tausenden von Jahren: Gespaltener Schädel und ein Knochen mit darin steckender Pfeilspitze, gefunden bei Schönstedt in Deutschland. Bild: Wikimedia Commons
    Resultat eines grossen Köpfe-Einschlagens vor Tausenden von Jahren: Gespaltener Schädel und ein Knochen mit darin steckender Pfeilspitze, gefunden bei Schönstedt in Deutschland. Bild: Wikimedia Commons - Community

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vor 7000 Jahren erlitt der Stammbaum der Menschen einen Knick.
    • Die genetische Vielfalt der Männer verkümmerte: auf 17 Frauen kam bloss noch ein genetisch einzigartiger Mann.
    • Nun zeigen Forscher: Schuld daran waren das Leben in Klans und die vielen Kriege.

    Vor 7000 Jahren geschah etwas Merkwürdiges mit der Menschheit. Eigentlich gedieh die Bevölkerung Europas, Afrikas und Asiens damals rasant, beflügelt durch den sich entwickelnden Ackerbau. Die Menschen breiteten sich über den Erdball aus und wurden genetisch immer unterschiedlicher – allerdings trugen die Männer nichts dazu bei. Ganz im Gegenteil: Ihre genetische Vielfalt sackte plötzlich in sich zusammen.

    Das lesen Genetiker der amerikanischen Stanford University aus der DNA heutiger Menschen. Anhand von Ähnlichkeiten in den etwa zwanzigtausend menschlichen Gene rekonstruierten sie eine Art Stammbaum. In diesem zeigt sich vor 7000 Jahren ein massiver Knick: Die genetische Vielfalt der Männer reduzierte sich während der folgenden zwei Jahrtausende so stark, bis auf 17 Frauen nur noch ein genetisch einzigartiger Mann kam.

    Was dem Erbgut des «starken Geschlechts» einen solchen Dämpfer versetzte, haben die Forscher herausgefunden, indem sie die damaligen Lebensbedingungen im Computer durchspielten. In der Simulation konnten sie berechnen, wie sich verschiedene Lebensweisen im Erbgut unserer Vorfahren niedergeschlagen hätten. So fanden die Wissenschaftler zwei Ursachen für das genetische Männersterben: Klans und Kriege. In ersteren gaben die Väter die Macht über die Sippe strikt an ihre Söhne weiter. Aussenstehende Männer, die frische Gene hätten bringen können, nahmen sie nicht in ihren Klan auf. Zusätzlich löschten unsere Vorfahren in Kriegen unzählige feindliche Stämme aus – und damit auch einen Grossteil der genetischen Vielfalt ihresgleichen.

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