Arbeitskollegen können das Nervenkostüm manchmal ganz schön strapazieren. Wie gelingt die Teamarbeit trotzdem?
Mann Telefon Frau Schreibtisch Brille
«Wie der immer telefoniert!» Warum wir jemanden als nervig empfinden, ist meist sehr subjektiv. - Christin Klose/dpa-tmn
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Autor Matthias Fischedick gibt in seinem Buch Tipps zum «Überleben unter Kollegen».
  • Wichtig: Es gibt mehr als die «eine, richtige» Lebens- und Arbeitseinstellung.
  • Wer sich stattdessen für den Arbeitskollegen interessiert, entdeckt oft Spannendes.

Im Job treffen die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander. Kein Wunder, dass die Zusammenarbeit mit Arbeitskollegen viele Menschen täglich auf die Probe stellt.

Buch-Autor Mathias Fischedick («Überleben unter Kollegen») gibt Tipps, wie man den eigenen Frust überwindet.

Buchcover gelb
Mathias Fischedick: «Überleben unter Kollegen. Wie die Zusammenarbeit mit Nervensägen gelingt», Piper Verlag, 328 S., 11 Euro (etwa 11.50 Franken), ISBN: 978-3-492-31325-4. - Piper Verlag/dpa-tmn

«Wen wir als «Nervensäge» empfinden, ist sehr subjektiv», sagt der Business-Coach. Das hänge etwa von Faktoren wie Erziehung, Lebenserfahrungen und persönlichen Werten ab.

Nicht jeder muss die gleiche Arbeitsweise haben

Arbeitskollegen, die den eigenen Vorstellungen entsprechen, wie man «richtig» zu arbeiten hat und was im Leben erstrebenswert ist, möge man eher.

Diejenigen, die andere Werte haben oder aufgrund ihrer Lebenserfahrung entgegen der eigenen Vorstellung agieren, empfinde man dagegen oft als anstrengend und nervig, sagt Fischedick.

Wichtig sei, sich bewusst zu machen, dass es nicht die eine, «richtige» Art zu leben und zu arbeiten gibt.

«Jeder von uns ist so sehr von seiner Sicht der Dinge überzeugt, dass er glaubt, dass man nur auf diese Art richtig handelt und nur so erfolgreich zusammenarbeiten kann.»

Also versucht man, seinen Gegenüber von der eigenen Sichtweise zu überzeugen. Ohne Erfolg – schliesslich hat er oder sie eigene Vorstellungen.

Offen gegenüber anderen Lebenseinstellungen bleiben

Besser sei es, die Einstellung des anderen nicht als «falsch», sondern als «anders» wahrzunehmen.

Die wenigsten Arbeitskollegen verhielten sich bewusst nervig. Sie haben Fischedick zufolge einfach eine andere Lebenseinstellung. Um ihre Weltsicht zu verstehen, sei es hilfreich, sich besonders für sie zu interessieren.

Porträtfoto Mann
Mathias Fischedick ist Business-Coach und Buch-Autor. - Armin Zedler/Mathias Fischedick/dpa-tmn

Das erweitert dem Business-Coach zufolge nicht nur den eigenen Horizont. Gleichzeitig hilft es, das Gegenüber besser einzuordnen.

Positiver Nebeneffekt: Die Kollegin oder der Kollege werde offener und zugänglicher, weil er oder sie echtes Interesse spürt.

Gemeinsame Spielregeln entwickeln

«Je klarer ich den ‹Nervensägen› beschreiben kann, warum genau ich so anders denke, und je mehr ich mich für deren Sichtweise interessiere, desto leichter wird es, gemeinsame Spielregeln zu entwickeln», sagt der Autor.

Einen Unterschied machen für Fischedick intrigante und manipulative Kollegen: «Sie verhalten sich bewusst unkollegial.»

Hier ist es nach Ansicht des Coachs wichtig, sie mit ihren Machenschaften zu konfrontieren und auf Distanz zu gehen, um sich den Spielchen zu entziehen.