Schokolade: Das unterscheidet Schweizer von belgischer Variante

    Marcel Winter
    Marcel Winter

    Bern,

    Es ist eine beliebte Diskussionsfrage: Schmeckt Schweizer Schoggi oder belgische Schokolade besser? Doch welche Unterschiede gibt es eigentlich?

    Schokolade
    Belgische Schokolade ist bei Schokoladenkennern sehr beliebt. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Belgien liegt im Exportranking von Schokolade weit vor der Schweiz.
    • Schoggi kam einst aus Belgien in die Schweiz.

    Die Schweiz und Belgien haben so einige Gemeinsamkeiten, darunter die Mehrsprachigkeit und die Liebe zur Schokolade. Unter Kennern gelten sowohl Schweizer Schokolade als belgische Schokolade zum Besten, was die Branche zu bieten hat.

    Haben Sie schon einmal belgische Schokolade probiert?

    Schokolade in Belgien

    Belgien hat so manche wertvolle Beiträge zur europäischen Kulinarik geliefert. Belgische Biere, insbesondere die traditionsreichen Trappistenbiere, geniessen einen hervorragenden Ruf.

    Und auch die erstmals in Belgien frittierten Kartoffelstäbchen erfreuen sich in vielen Ländern grosser Beliebtheit. Obschon die Pommes frites in den USA noch immer irrtümlicherweise als French Fries bezeichnet werden.

    Schokolade
    Belgien exportiert viel Schokolade ins Ausland. - Depositphotos

    Neben Bier und Pommes frites ist Schokolade der dritte grosse kulinarische Exportschlager von Belgien. Im weltweiten Ranking der grössten Schokoladenexporteure liegt laut «Statista» das kleine Belgien hinter dem wesentlich grösseren Deutschland auf Platz zwei.

    Jedes Jahr setzt die belgische Branche 3,3 Milliarden US-Dollar um. Die Schweiz befindet sich mit 882 Millionen US-Dollar abgeschlagen auf dem zehnten Platz.

    Von Belgien in die Schweiz

    Doch wie kam das kleine Belgien eigentlich zur Schokolade? Der Grund liegt in der bewegten Geschichte des Landes: Im 17. Jahrhundert gehörte das Gebiet als Teil Österreichs zum riesigen spanischen Habsburgerreich. Die Spanier hatten gerade in Südamerika die Kakaobohne entdeckt und verschifften sie in grossem Stil nach Europa.

    Der österreichische Gouverneur Karl-Alexander von Lothringen galt als Leckermaul. Er sorgte dafür, dass immer mehr Schokolade im belgischen Hafen Antwerpen ankam. So entwickelte sich schon früh die Begeisterung für Kakao.

    Schokolade
    Mit der Kakaobohne aus Südamerika kam auch die Schokolade in die Schweiz. - Depositphotos

    So reiste der Zürcher Bürgermeister Heinrich Escher 1679 nach Brüssel und war von dem Heissgetränk begeistert. So sehr, dass er es mit in die Schweiz brachte. Bald wurde Kakao auch in der Schweizer Oberschicht mit Hingabe getrunken.

    Interessant: Laut dem Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten stammt 7,1 Prozent der in der Schweiz konsumierten Schokolade aus Belgien. Umgekehrt exportiert die Schweiz jedoch nur 3,4 Prozent ihrer Schoggi nach Belgien.

    Wie unterscheiden sich belgische und Schweizer Schokolade?

    Belgische Schokolade gilt allgemein als intensiver als ihr Schweizer Gegenstück, das zarter und cremiger schmeckt. Dies liegt vor allem daran, dass in Belgien mehr Zucker verwendet wird.

    Auch hat die Schokolade oft einen höheren Kakaogehalt und ist sehr dunkel, während die Schweiz ihre Milchschokolade liebt. Eine weitere Besonderheit ist das belgische Faible für Zutaten: Pure Schoggi ist in Belgien eher selten, stattdessen werden gerne Nüsse, Früchte, Gewürze und andere Zutaten hinzugefügt.

    Schokolade
    Belgische Schokolade ist oft etwas dunkler als Schweizer Schokolade. - Depositphotos

    Allerdings bedeutet der unterschiedliche Geschmack nicht auch unterschiedliche Qualität. Beide Länder sind bekannt für ihre hohen Produktionsstandards und die Verwendung guter Zutaten. So ist es letztendlich eine Frage der persönlichen Vorlieben.

    Die belgischen Pralinen

    Eine Sonderstellung nehmen belgische Pralinen ein. Aufgrund der frischen Zutaten, die für sie verwendet werden, ist ihre Haltbarkeit auf maximal zwei bis drei Monate beschränkt. Sie werden in den belgischen Confiserien individuell nach Wunsch abgepackt und sind alle für sich kleine Kunstwerke.

    Schokolade
    Belgische Pralinen sind oft wie kleine Kunstwerke geformt und weltbekannt. - Depositphotos

    Typische Inhaltsstoffe sind beispielsweise frische Sahne und Buttercreme, die auf vielfältige Weise aromatisiert werden. Auch Früchte werden gerne frisch verarbeitet. Die Auswahl an Pralinen ist bei den grossen Herstellern fast unendlich.

    Kommentare

    User #6112 (nicht angemeldet)

    Belgische Schockolade ist für Erwachsene. Schweizer Schoggi für kleine Kinder

    User #4035 (nicht angemeldet)

    Da ich weder im Seeland noch in Flandern jemals eine Kakaoplantage gesehen habe, gibt es eigentlich keine schweizer oder belgische Schokolade

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