Dos & Don'ts am Esstisch

    Maike Lindberg
    Maike Lindberg

    Bern,

    Das Familienessen ist mehr als bloss Nahrung aufnehmen. Was du am Tisch sagst, prägt dauerhaft das Selbstbild deines Kindes.

    familie harmonie esstisch
    Am Esstisch entscheiden kleine Gesten, ob eine gemeinsame Mahlzeit von Harmonie oder Frust geprägt ist. - Depositphotos

    Der Esstisch wird zum Treffpunkt, wenn der Tag sich dem Ende zuneigt. Kinder plappern über Erlebnisse aus Schule oder Kita, während Eltern das Essen servieren und den Tag im Büro oder der Firma Revue passieren lassen.

    Zwischen Messer und Gabel, die verbinden können – oder im schlimmsten Fall verletzen. Schnell rutscht ein unbedachter Kommentar heraus, der mehr bewirkt als gedacht.

    So entscheidet oft ein einziger Satz am Tisch, wie sich dein Kind und sein Verhältnis zum Essen entwickeln.

    Wo du dich lieber zurückhältst

    Bestimmte Sätze verletzen mehr, als sie helfen. «Du hast doch schon genug gegessen», klingt harmlos, signalisiert aber Misstrauen.

    Kinder lernen, dass sie ihrem eigenen Hungergefühl nicht vertrauen sollen. Auch direkte Kritik wie «Du bist aber wählerisch» bleibt lange im Kopf.

    familie Estisch harmonie
    Kinder sollten bei Tisch nicht beschämt werden – das kann sich langfristig auf ihr Essverhalten auswirken. - Depositphotos

    Solche Aussagen schwächen die Beziehung zum Essen und erschweren eine gesunde Entwicklung. Verzichte ausserdem auf Etiketten oder Vorwürfe – so lernt dein Kind, sich selbst und seine Bedürfnisse zu achten.​

    Einladung zum Dialog

    Offene Fragen beleben jedes Gespräch. Statt Ja-Nein-Antworten helfen Sätze wie: «Was fandest du heute besonders spannend?»

    So fühlt sich dein Kind ernst genommen und traut sich, mehr zu erzählen. Klare Rituale, wie ein Erzählstein, fördern den Austausch.

    Auch Zuhören ist wichtig: Lasse dein Kind ausreden und beziehe dich auf seine Erlebnisse.​

    Weniger Kontrolle, mehr Entdecken

    Ständiges «Iss deinen Teller leer» erzeugt Druck. Kinder verlieren die Freude am Ausprobieren.

    Besser ist es, Neugierde zuzulassen: Lass dein Kind schnuppern, fühlen, beobachten – auch wenn es nicht alles probieren will.

    familie Esstisch harmonie
    Viele Kinder lehnen ihnen unbekannte Lebensmittel erstmal ab – das ist Teil eines natürlichen Verhaltens im Bezug auf Nahrung. - Depositphotos

    Diese Freiheit fördert die Entwicklung einer natürlichen Beziehung zu Lebensmitteln, ohne Zwang oder Angst.​

    Emotionen haben Platz

    Am Esstisch mischen sich Gefühle und Erwartungen. Sätze wie «Darüber brauchst du nicht traurig sein» nehmen Kinder nicht ernst.

    Sie lernen, ihre Emotionen zu unterdrücken. Stattdessen hilft es, Gefühle zu spiegeln: «Du bist heute traurig, weil der Tag anstrengend war.» So fühlt sich das Kind verstanden und kann eigene Emotionen besser einordnen.​

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4643 (nicht angemeldet)

    Wenn ich am Tisch sitze, esse ich und bin dankbar für die Gaben die mich ernähren und habe Respekt. Alles andere, verfällt dann.

    User #4844 (nicht angemeldet)

    Ich foooorze am Esstisch laut und spiele mit dem Essen.

    Weiterlesen

    Vater und Kind diskutieren
    73 Interaktionen
    Erziehung
    Betreutes Wohnen
    1 Interaktionen
    Betreutes Wohnen

    MEHR AUS STADT BERN

    weissenbühl
    48 Interaktionen
    Pleite vor Monaten
    Mann beschwerte sich
    Sexualisierte Gewalt