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    Mercedes VLE: Was kann er wirklich?

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    Bern,

    Der neue Mercedes VLE verspricht Elektro-Luxus für Schweizer Pendler. Doch rechtfertigt der Edel-Van den stolzen Premiumpreis von über 80'000 Franken?

    Mercedes Benz VLE
    Die neue Fahrzeugklasse: Der vollelektrische Mercedes-Benz VLE löst die V-Klasse ab und wird offiziell als luxuriöse «Grand Limousine» vermarktet. - Mercedes Benz

    Viele Schweizer Pendler stehen täglich im dichten Verkehr auf der A1. In solchen Momenten wünschen sich Autofahrer eine Oase der absoluten Ruhe.

    Mercedes-Benz verspricht diese Entspannung während der Fahrt mit dem neuen vollelektrischen VLE. Die Stuttgarter Ingenieure nutzen dafür eine komplett neu entwickelte 800-Volt-Elektroplattform.

    MB VLE
    Aerodynamischer Bestwert: Trotz seiner stattlichen Grösse erreicht der Luxus-Van einen für diese Fahrzeugklasse herausragenden cw-Wert von gerade einmal 0.25. - Mercedes Benz

    Diese moderne Technologie soll das bisherige Nutzfahrzeug-Image der grossen Vans endgültig vergessen machen. Doch der edle Transporter muss sich einer kritischen Überprüfung im harten Konkurrenzumfeld stellen.

    Blitzschnelles Laden zum Premiumpreis

    Das Laden an der Schnellladesäule gelingt dem schwäbischen Neuling dank 315 Kilowatt Ladeleistung in Rekordzeit. In nur einer Viertelstunde füllt sich die grosse Batterie für weitere 350 Kilometer Fahrt.

    MB VLE
    Verblüffende Wendigkeit: Trotz einer Gesamtlänge von 5.31 Metern sorgt die optionale Hinterachslenkung für einen beachtlich kleinen Wendekreis von nur 10.9 Metern. - Mercedes Benz

    Die asiatische Konkurrenz wie der Maxus MIFA 9 zieht bei diesem enormen Tempo spürbar den Kürzeren. Allerdings verlangt der Hersteller für diesen technischen Vorsprung auch einen stolzen Schweizer Premiumpreis.

    Das Basismodell startet erst bei über 80'000 Franken und sprengt damit viele private Budgets. Zudem müssen Käufer zum Marktstart auf die angekündigte Variante mit acht Sitzplätzen noch verzichten.

    Aerodynamik-Wunder gegen das hohe Gewicht

    Die Entwickler verpassen dem riesigen Fahrzeug einen beachtlichen cw-Wert von lediglich 0.25. Diese aerodynamische Bestleistung kaschiert das massive Leergewicht von fast drei Tonnen auf der Autobahn.

    Trotzdem konsumiert der schwere Wagen bei der Schweizer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h schätzungsweise bis zu 30 Kilowattstunden Strom. Hier arbeiten einige flachere Konkurrenz-SUVs wie der Kia EV9 im direkten Vergleich ein Stück effizienter.

    Mercedes Benz VLE
    Oase der Stille: Eine aktive Fahrgeräuschkompensation sendet Gegenschall über die Kopfstützen und blendet lästige Strassengeräusche fast vollständig aus. - Mercedes Benz

    Zudem enttäuscht das Basismodell VLE 300 Puristen mit einem einfachen Frontantrieb statt des gewohnten Heckantriebs.

    Digitaler Luxus mit breiten Rändern

    Im Innenraum dominiert der optionale Superscreen mit drei riesigen Bildschirmen das gesamte Cockpit. Die Passagiere im Fond steuern ihre Luxussitze bequem über eine eigene Smartphone-App.

    Kritische Betrachter bemängeln jedoch die auffallend breiten Kunststoffränder um die teuren Displays. Das wirkt im Vergleich zu modernen chinesischen Luxus-Vans nicht mehr ganz zeitgemäss.

    Mercedes Benz VLE
    Exklusiver Beifahrer-Screen: Der rechte Monitor bietet ein personalisiertes Entertainment-Programm, das für den Fahrer während der Fahrt dank eines intelligenten Blickschutzes unsichtbar bleibt. - Mercedes Benz

    Ein cleveres Detail bieten hingegen die manuellen Sitze mit praktischen, integrierten Transportrollen. Besitzer bauen diese im Handumdrehen mühelos aus und rollen sie ganz einfach in die Garage.

    Das harte Duell auf dem Schweizer Markt

    Der VLE punktet vor allem mit seinem unschlagbar kleinen Wendekreis von nur knapp elf Metern. Damit manövrieren Chauffeure den Koloss überraschend flink durch enge Schweizer Parkhäuser.

    Die Konkurrenten von Zeekr oder Denza bieten dafür bereits in der Serie deutlich mehr Luxus-Ausstattung. Bei Mercedes-Benz kosten viele Annehmlichkeiten wie der integrierte Kühlschrank saftige Aufpreise.

    Der Stuttgarter Konzern vertraut voll auf seinen weltbekannten Markennamen und das dichte Servicenetz. Ob diese Argumente den extrem hohen Preis rechtfertigen, entscheidet letztlich der kritische Schweizer Käufer.

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    Kommentare

    User #5607 (nicht angemeldet)

    Läckbobby, ist das DIng hässlich…

    User #2846 (nicht angemeldet)

    Ausser dem Kühlergrill, der völlig unsinnigerweise an einen Verbrenner erinnern soll, gefällt er mir sehr gut.

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