Maybach EQS 680: Haute Couture auf Rädern

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    Bern,

    Haute Couture trifft Alpenwinter: Der Mercedes-Maybach EQS 680 SUV bietet First-Class-Luxus und 484 kW – doch wie schlägt sich der 3-Tonnen-Koloss am Pass?

    Mercedes Benz EQS Maybach
    Historischer Meilenstein: Als erstes vollelektrisches Serienmodell der Markengeschichte begründet das Luxus-SUV das Stromer-Zeitalter für Maybach. - Mercedes Benz

    Mit dem Mercedes-Maybach EQS 680 SUV transferiert Stuttgart das Konzept der automobilen Haute Couture in die reine Elektromobilität. Das Resultat ist ein majestätischer Rückzugsort auf Rädern für eine Klientel mit ausgeprägtem Sinn für opulenten Luxus.

    Zwei permanenterregte Synchronmotoren wuchten gemeinsam eine souveräne Systemleistung von 484 kW an alle vier Räder. Gewaltige 955 Newtonmeter Drehmoment katapultieren das Flaggschiff in nur 4.4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.

    Mercedes Benz EQS Maybach
    Schwergewicht auf Rädern: Mit rund 3.08 Tonnen Leergewicht wiegt der Edelstromer mehr als zwei herkömmliche Kompaktwagen zusammen. - Mercedes Benz

    Auf den steilen Rampen hinauf zum Julierpass schiebt das Schwergewicht völlig lautlos und ohne thermische Ermüdung an.

    Souveräne Fahrdynamik und Bündner Kehren

    Allerdings stemmen sich bei jeder Kehre satte 3'075 Kilogramm Leergewicht gegen die elementaren Gesetze der Physik. Hier vollbringt die serienmässige Hinterachslenkung mit bis zu 10 Grad Lenkwinkel erstaunliche fahrdynamische Wunder.

    Sie reduziert den Wendekreis deutlich und manövriert den Koloss behände um engste Bündner Haarnadelkurven. Im massiven Unterboden ruht ein Lithium-Ionen-Akku mit beachtlichen 118 Kilowattstunden nutzbarer Speicherkapazität.

    Mercedes verspricht nach WLTP-Standard zwar über 600 Kilometer, doch frostige Bergfahrten fordern ihren unerbittlichen Tribut. Bei zügiger Schweizer Autobahnfahrt schmilzt der reale Aktionsradius im Winter rasch auf knapp 420 Kilometer.

    Laderealität und First-Class-Komfort

    An öffentlichen Schnellladesäulen zieht das System Gleichstrom mit einer Spitzenleistung von bis zu 200 kW. Der klassische Ladehub von 10 auf 80 Prozent beansprucht am Gotthard-Rastplatz exakt 31 Minuten Geduld.

    Am heimischen Chalet lädt der serienmässige 22-kW-Bordlader die monumentale Batterie über Nacht wieder vollständig auf. Im Interieur inszeniert Mercedes-Maybach eine Oase der absoluten Entschleunigung für höchste Ansprüche.

    Mercedes Benz Maybach EQS
    4D-Klangmassage: In die Sitze integrierte Körperschallwandler des Burmester-Soundsystems lassen tiefe Frequenzen als sanfte Vibrationsmassage spüren. - Mercedes Benz

    Akustische Dämmmatten und spezielle Türdichtungen schirmen die Insassen radikal von allen störenden Aussengeräuschen ab. Die beiden Executive-Einzelsitze im Fond bieten feinstes Nappaleder, ausfahrbare Wadenauflagen und wärmende Nackenpolster.

    Verschwenderischer Luxus für die Goldküste

    Versilberte Champagnerkelche ruhen griffbereit in einer klimatisierten Mittelkonsole direkt vor der integrierten Kühlbox. Ein Burmester-4D-Audiosystem mit 15 Lautsprechern und Körperschallwandlern verwandelt den Innenraum in einen Konzertsaal der Extraklasse.

    Mit dieser verschwenderische Detailverliebtheit bedient Mercedes präzise die Wünsche der diskreten Oberschicht an der Zürcher Goldküste. Finanziell markiert der elektrische Maybach mit einem Schweizer Basispreis von 238'416 Franken eine einsame Spitze.

    Mit exklusiver Zweifarbenlackierung und First-Class-Ausstattung klettert der Kaufpreis sogar mühelos über 290'000 Franken.

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