Genesis G90: First-Class-Luxus zum Kampfpreis

Maia Schmied
Maia Schmied

Bern,

Neuling gegen Tradition: Kann der Genesis G90 mit Vollausstattung und Service-Paket die Schweizer Oberklasse-Kunden überzeugen?

Genesis G90
Das Flaggschiff der koreanischen Premiummarke Genesis tritt direkt gegen die etablierte europäische Oberklasse an. - Genesis

Der südkoreanische Genesis G90 drängt mit einer Allradlenkung und 415 PS Power in die oberste Liga des Automarktes. Er fordert die etablierte Mercedes S-Klasse frontal und kompromisslos zum Duell heraus.

Mit einer stattlichen Länge von bis zu 5.46 Metern sprengt der noble Gigant dabei jede herkömmliche Parklücke. Doch kann die edle Hyundai-Tochter den hiesigen Premium-Thron rechtmässig für sich beanspruchen?

First-Class-Komfort zum echten Kampfpreis

Beim Thema Serienausstattung distanziert der edle Koreaner die deutsche Konkurrenz auf Anhieb mühelos. Während andere Marken mit Massagesitzen und High-End-Audio zusätzlich Kasse machen, ist hier bereits alles inklusive.

Die anspruchsvollen Fond-Passagiere thronen wie in der First-Class eines Flugzeugs auf feinstem, klimatisiertem Leder. Ein aktives System zur intelligenten Geräuschunterdrückung eliminiert sämtliche störenden Strassengeräusche im Innenraum nahezu perfekt.

Genesis G90
First-Class im Fond: Die hinteren Sitze bieten neben einer Massagefunktion auch ausklappbare Fussstützen für maximalen Reisekomfort. - Genesis

Dank der serienmässigen Allradlenkung meistert dieser schwere Brocken engste Kehren erstaunlich flink. Der Basispreis von rund 129'000 Franken unterbietet vergleichbare europäische Mitstreiter folglich überaus deutlich.

Technische Defizite im Fahrverhalten

Auf der Strasse zeigt der asiatische Luxusliner allerdings auch ein paar spürbare Schwächen. Dem hochentwickelten Fahrwerk fehlt im direkten Vergleich zur deutschen Konkurrenz eine aktive Wankstabilisierung.

Die Passagiere spüren bei zügigen Kurvenfahrten oder abrupten Bremsmanövern kleine Nickbewegungen der schweren Karosserie. Der verbaute 3.5-Liter-V6-Motor mit doppelter Turboaufladung mag zudem keine hohen Drehzahlen.

Bei sportlicher Beschleunigung verliert das Triebwerk seine Souveränität und die Automatik schaltet zunehmend hektisch. Das unruhige Fahrgefühl raubt der grossen Limousine in flotten Passagen etwas von ihrer Erhabenheit.

Die Kehrseite der opulenten Dimensionen

Trotz der gigantischen äusseren Abmessungen enttäuscht das nutzbare Kofferraumvolumen im Alltagstest: Lediglich magere 368 Liter Gepäck passen in das Heck dieses riesigen Chauffeurwagens.

Genesis G90
Magische Türen: Die Türen des Luxusliners schliessen sich auf Knopfdruck oder beim Tritt auf das Bremspedal komplett automatisch. - Genesis

Ein Bentley Flying Spur bietet den Reisenden für den exklusiven Wochenendausflug spürbar mehr Stauraum. Ein echter Wermutstropfen für Schweizer Vielfahrer ist ausserdem der hohe Treibstoffkonsum der Limousine.

Der durstige Sechszylinder genehmigt sich im realen Alltagsbetrieb regelmässig weit über elf Liter Benzin. Damit verfehlt das schwere Flaggschiff moderne Massstäbe an zeitgemässe Effizienz in dieser Fahrzeugkategorie.

Ein exklusives Rundum-sorglos-Paket für Kunden

Genesis versucht die anspruchsvolle Schweizer Kundschaft vor allem mit einem aussergewöhnlichen Service zu überzeugen. Das hauseigene Mobilitätsversprechen beinhaltet eine umfassende Fünfjahresgarantie inklusive aller anfallenden Wartungsarbeiten am Fahrzeug.

Der Genesis G90 im Test.

Der exklusive Hol- und Bringservice nimmt den Besitzern jeglichen Stress mit lästigen Werkstattterminen ab. Im edlen Innenraum verwöhnt die Philosophie der koreanischen Gastfreundschaft jeden Passagier auf eine ganz besondere Weise.

Kleine Details wie ein fehlender Regenschirm in den Türen trüben das luxuriöse Gesamtbild nur minimal. Was meint ihr? Wird dieser exotische Luxuskreuzer auf unseren Strassen der Konkurrenz den Rang ablaufen?

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Kommentare

User #5607 (nicht angemeldet)

Der Vorteil des im Verhältnis zur Konkurrenz günstigen Preises, ja 130k sind trotzdem viel Geld, sowie der vollständigen Ausstattung werden von den Schwächen des hohen Verbrauches, kleinem Kofferraums sowie ein Feinschliff mangelndes Fahrverhalten wieder zunichte gemacht. Sehr schade Genesis, hätte ein Geheimtipp werden können.

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